Aktionen

Aufruf zur Rettung von Freiheit von Forschung und Lehre: Offener Brief an die Bundesregierung

 Aufruf

zur Rettung von Freiheit von Forschung und Lehre

 an deutschen Hochschulen

 Offener Brief an die neue Bundesregierung

 Wir, die Unterzeichner dieses Offenen Briefes, fordern die Bundesregierung auf, die Verschwendung von Steuergeldern, wie sie im Rahmen des Professorinnenprogramms stattfindet, einzustellen und alle Versuche zu beenden, die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft zu beseitigen und Wissenschaft zum Erfüllungsgehilfen der ideologischen Agenda der Gleichstellungspolitik zu machen, die eine rechtliche und institutionelle Diskriminierung von Männern durch die Privilegierung von Frauen bedeutet. Wir nennen dies: Staatsfeminismus. Wir fordern die Bundesregierung unmissverständlich dazu auf, die wissenschaftliche Qualifikation und Leistung als einzige Kriterien, die zu einem Fortkommen im wissenschaftlichen Bereich führen, also die Meritokratie zu respektieren und alle Versuche zu unterlassen, die entsprechenden Kriterien zu unterminieren.

 Begründung

 Das Professorinnenprogramm ist ein Programm, das ausschließlich der Förderung weiblicher Wissenschaftler dient. Im Verlauf der Professorinnenprogramme I und II werden mindestens 300 Millionen Euro aus Steuermitteln von Bund und Ländern aufgewendet, um unter bewusster Inkaufnahme der Diskriminierung von Männern und im Widerspruch zu Art. 3, Art. 5 (3) und Art. 33 GG aktiv und gezielt in die Freiheit von Forschung und Lehre einzugreifen. Schlimmer noch ist, dass mit dem Professorinnenprogramm eine Wettbewerbsverzerrung stattfindet, die das meritokratische Prinzip, d. h. die strikte Orientierung an Bestenauslese und Leistung,das an Hochschulen herrschen soll, zerstört und die nicht mehr Qualifikation und Leistung, sondern das Geschlecht zum ausschlaggebenden Faktor macht, der maßgeblich bei der Besetzung von wissenschaftlichen Stellen ist.

 Bezahlung für die Berufung von weiblichen Bewerbern

 Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden Berufungskommissionen dadurch beeinflusst, dass im Falle der Berufung eines weiblichen Bewerbers die Kosten der Professur aus dem Professorinnenprogramm getragen werden. Damit sind weibliche Bewerber für eine Fakultät umsonst und kostenneutral zu haben, während bei einer Berufung männlicher Bewerber die Hochschulen die normalen Kosten einer Berufung zu tragen haben. Das ist ein klarer Anreiz zur Berufung weiblicher Bewerber selbst dann, wenn es qualifiziertere, aber eben teurere männliche Bewerber gibt. Hinzu kommt, dass manche Hochschulen, wie z.B. die Ludwig-Maximilians-Universität in München, eine Kopfprämie von 25.000 Euro zahlen, wenn ein weiblicher Bewerber berufen wurde. Wie eine Auswahl nach Leistung und Qualifikation erfolgen soll, wenn finanzielle Anreize bereitgestellt werden, die eine Auswahl eben nicht nach Leistung und Qualifikation, sondern nach Geschlecht belohnen, ist den Unterzeichnern dieses Offenen Briefes nicht nachvollziehbar.

 Notorische Mittelknappheit deutscher Hochschulen

 Deutsche Hochschulen leiden unter notorischem Geldmangel. Das ist hinlänglich bekannt und dokumentiert in veralteter Infrastruktur, Fehlstellen in Bibliotheken und Sekretärinnen- und Raum-Sharing. Dementsprechend sind Hochschulen erpressbar oder, anders formuliert, sie sind empfänglich für finanzielle Anreize, die dem Geist von Wissenschaft zwar widersprechen, aber geeignet sind, die notorische Finanznot zumindest zu lindern und das Gerangel um knappe Mittel innerhalb von Fakultäten zu reduzieren. Dies macht sich das Professorinnenprogramm zunutze: Es spekuliert darauf, dass die pure Finanznot Fakultäten und Hochschulen dazu bewegt, von wissenschaftlichen Kriterien abzusehen, und das meritokratische Prinzip – Bestenauslese und Leistung – zu Gunsten einer Unterordnung unter den Staatsfeminismus aufzugeben.

 Steuerzahler werden gleich doppelt und völlig unnötig zur Kasse gebeten

 In der offiziellen Darstellung des Professorinnenprogramms wird behauptet, weibliche Bewerber würden nur dann berufen, wenn sie sich als beste Bewerber erwiesen oder gemeinsam mit einem männlichen Bewerber „beste Bewerber“ seien: nur dann würden sie bevorzugt. Dass diese Darstellungsweise absurd und unwahr ist, wird schon anhand der finanziellen Anreize, über die oben berichtet wurde, deutlich. Dass sie einem Betrug gleichkommt, ist am Beispiel der Vorgriffsprofessur deutlich. Vorgriffsprofessuren werden ausschließlich für weibliche Bewerber eingerichtet. Vorgriffsprofessuren werden ausgeschrieben, um in Zukunft eine bestehende, zumeist mit einem männlichen Lehrstuhlinhaber besetzte Professur zu ersetzen. Bis zu diesem Tag X in der Zukunft bestehen die ordentliche und die Vorgriffsprofessur nebeneinander und für diese Zeit zahlen Steuerzahler doppelt für im besten Fall dieselbe Leistung.

 Männliche Bewerber werden belogen, betrogen und diskriminiert

 Da eine Vorgriffsprofessur aus dem Professorinnenprogramm finanziert wird, kann sie nur dann eingerichtet werden, wenn sich ein weiblicher Bewerber findet, der auf die Stelle passt. Dennoch schreiben Universitäten wie die Westfälische-Wilhelms-Universität in Münster Vorgriffsprofessuren aus, als wären sie eine ordentliche Professur, die Bewerbern beider Geschlechter offen steht. Sie täuschen damit männliche Bewerber bewusst über deren Chancen, auf die Professur berufen zu werden, und verursachen den entsprechenden Bewerbern Kosten. Interessanter Weise ist die Universität Freiburg bei internationalen Bewerbungen dazu übergegangen, die Stellenausschreibung direkt an Frauen zu richten und männliche Bewerber auf diese Weise von einer Bewerbung abzuschrecken. Die Tatsache, dass nationale männliche Bewerber in deutschen Ausschreibungen über ihre Chancen belogen werden, bleibt davon unberührt, ebenso wie die Tatsache, dass eine Vorgriffsprofessur eine aktive Diskriminierung männlicher Bewerber darstellt, die mit Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes nicht vereinbar ist.

 Kollektivschuld und Sippenhaft

 Regelmäßig wird die Diskriminierung von Männern, wie sie im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt, damit legitimiert, dass damit eine Benachteiligung von Frauen, wie sie in der Wissenschaft und über die letzten Jahrzehnte erfolgt sein soll, ausgeglichen werden soll. Es ist an der Zeit, diese absurde Behauptung mit aller gebotenen Schärfe zurückzuweisen. Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass Frauen, die sich auf Professuren beworben haben, vor oder nach dem zweiten Weltkrieg deshalb nicht berufen worden sind, weil sie weiblichen Geschlechts waren. Vielmehr ist es so, dass sich nur wenige Frauen auf Positionen an Hochschulen beworben haben und dass die Frauen, die das getan haben und entsprechende Leistungen vorweisen konnten, auch eine Professor erreicht haben, genannt seien Personen wie Ingrid Gogolin, Rosemarie Nave-Herz oder Jutta Limbach. Während es also keine Belege für eine aktive Diskriminierung von Frauen an Hochschulen gibt, gibt es eine Reihe von Gegenbelegen, und es gibt eindeutige Belege dafür, dass das Professorinnenprogramm männliche Bewerber diskriminiert. Entsprechend ist das Professorinnenprogramm nichts anderes als ein Günstlingsprogramm, das eine Form des Nepotismus darstellt, der die Grenze zur Korruption und zur Veruntreuung von Steuergeldern vermutlich längst überschritten hat.

 Studierende haben ein Recht auf eine gute Ausbildung

 Mit dem Professorinnenprogramm findet eine Auswahl nach Geschlecht und eben keine Auswahl nach Qualifikation und Leistung statt. Als Folge wird das Niveau an Hochschulen weiter sinken. Bereits heute winken weite Teile der Bevölkerung ab, wenn sie von einer neuen „Studie“ aus den Reihen der Sozialwissenschaften hören. Lehrstühle, die ein Gender im Zusatz tragen, sind mitverantwortlich, wenn nicht hauptverantwortlich dafür, dass die Reputation von Hochschulen zuweilen ins Bodenlose gesunken ist. Mit dem Ansehen von Hochschulen leidet die Lehre, weil sich nicht mehr die Besten auf Stellen an Hochschulen bewerben, sondern diejenigen, die sich im freien Wettbewerb um Spitzenpositionen keine Chance ausrechnen. Hier greift das Professorinnenprogramm ein und sorgt dafür, dass die beschriebene Situation weiter verschlechtert wird, indem der Ruf von Hochschulen durch die Paternalisierung weiblicher Bewerber weiter beschädigt wird. Der daraus entstehende Nachzugseffekt auf mittelmäßige und schlechte Bewerber und die daraus resultierende Abschreckung von Studenten, die an einer guten Ausbildung interessiert sind, wird zu einer universitären Zweiklassengesellschaft führen, die sehr schlechte Hochschulen sehr guten Hochschulen, die den Zugang zu ihren Studienplätzen beschränken werden, gegenübersieht. Schlechte Hochschulen, die im Wettbewerb um knappe Finanzmittel sowieso hinter den sehr guten Hochschulen zurückbleiben, werden zudem diejenigen Hochschulen sein, die sich bereitwillig im Rahmen des Professorinnenprogramms prostituieren, was ihre Finanznot zeitweise beseitigt, die Qualität von Personal und Ausbildung an den entsprechenden Hochschulen aber weiter verschlechtert. Darauf werden Studenten und Arbeitgeber reagieren: erstere, indem sie nach Möglichkeit versuchen, eine Ausbildung an sehr guten Hochschulen zu erhalten oder – sofern sie es sich leisten können – indem sie im Ausland studieren, und letztere, indem sie Vorauswahlen unter Bewerbern treffen, die Absolventen von Hochschulen, die für ihre Teilnahme am Professorinnenprogramm berüchtigt sind, gleich aussondern. Die oben beschriebene Zweiklassengesellschaft wird durch das Professorinnenprogramm geschaffen und zementiert. Es findet dann in der Bildung ein Wettbewerb des sich gegenseitigen Unterbietens im vorhandenen Bildungsniveau, ein so genanntes Race-to-the-Bottom statt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Professorinnenprogramm ein Instrument darstellt, das vorsätzlich und gezielt auf die Benachteiligung von Männern an Hochschulen gerichtet ist. Es ist ein Instrument, das Schindluder mit knappen Steuermitteln treibt. In Zeiten knapper Kassen und einer universitären Infrastruktur, die dem hohen Stellenwert, der in Sonntagsreden von Politikern der Bildung zugewiesen wird, in keiner Weise gerecht wird, ist es blanker Zynismus, doppelte und nicht benötigte Vorgriffsprofessuren einzurichten, um weibliche Bewerber zu fördern. Das Professorinnenprogramm ist ein Instrument, das das Prinzip der Meritokratie beseitigt und Hochschulen zu entprofessionalisierten Kindertagesstätten degradiert, die nicht mehr dem Erkenntnisfortschritt, sondern der ideologischen Linientreue mit dem Staatsfeminismus verpflichtet sind. Das Professorinnenprogramm ist ein Instrument zur Herstellung sozialer Ungleichheit, das nicht Bildungsgerechtigkeit bewirken wird, sondern eine Zwei-Klassen-Hochschulgesellschaft. Schließlich ist das Professorinnenprogramm auch unmoralisch, weil es bewusst auf die verfassungswidrige Diskriminierung von Männern abzielt, und es zeugt überdies in keiner Weise von sozialer Kompetenz.

 Die fehlende soziale Kompetenz und die Anreize für Hochschulen, weibliche und eben nicht die besten Bewerber auf wissenschaftliche Stellen zu berufen, wird dazu führen, dass männliche und weibliche Bewerber, die Kompetenzen und Fähigkeiten haben, die an deutschen Hochschulen dringend gebraucht werden, ins Ausland abwandern, wo Leistung und nicht Geschlecht geschätzt wird. Männliche Wissenschaftler werden aufgrund der offenen Diskriminierung abwandern, weibliche Wissenschaftler werden abwandern, weil sie nicht in den Verdacht kommen wollen, Günstlinge des Professorinnenprogramms zu sein, die nicht aufgrund von Leistung und nur auf Kosten männlicher Kollegen zu ihrer Stelle gekommen sind. Studenten werden abwandern, weil sie eine gute Ausbildung nachfragen und eine gute Ausbildung als direkte Folge des Professorinnenprogramms zum immer knapperen Gut an deutschen Hochschulen werden wird. Der Staatsfeminismus wird es auf diese Weise und in Rekordzeit schaffen, deutsche Hochschulen von den führenden Plätzen wissenschaftlicher Forschung auf die hinteren Plätze zu verfrachten, und sie zu Stätten zu machen, an denen Genderforschung und sonstige unnötige, keinerlei wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert bereitstellende Hobbies betrieben werden. Notwendige Innovationen werden in Deutschland bald ebenso fehlen, wie die Motivation junger Wissenschaftler, sich an deutschen Hochschulen zu engagieren. Aber immerhin wird es an deutschen Hochschulen Kindertagesstätten, Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage und eine gute Work-Life-Balance geben. Nur Wissenschaft und Erkenntnis wird nicht mehr produziert werden.

 Damit es nicht soweit kommt, bitten die Unterzeichner dieses Offenen Briefes nicht nur alle Wissenschaftler in Deutschland, die noch an Erkenntnis interessiert sind und die nicht dabei zusehen wollen, wie ihre Institution zur ideologischen Kaderschmiede umfunktioniert wird, diesen Offenen Brief zu unterzeichnen, und wir fordern die Bundesregierung auf, alle ideologisch motivierten Eingriffe in die Freiheit von Forschung und Lehre einzustellen und alle offenen und verdeckten Finanzierungen zur einseitigen Förderung von Frauen zu beenden. Dazu gehören auch die sogenannten „Gender Studies“. Sie bedürfen dringend einer kritischen Forschungsevaluation. Die Grundlagen der Gender – Studiengänge müssen im Hinblick auf ihre beanspruchte Wissenschaftlichkeit über Akkreditierungen öffentlich zugänglich sein, und sie müssen diesbezüglich tatsächlich in einer öffentlich nachvollziehbaren Art und Weise überprüft werden.

 Vor allem fordern wir die Bundesregierung dazu auf, das Professorinnenprogramm einzustellen und die freiwerdenden Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen und zuzusichern und zu garantieren, dass Förderung und finanzielle Zuwendung nur noch auf Grundlage von wissenschaftlicher Qualifikation und Leistung erfolgt!

 Wir, die Unterzeichner dieses Offenen Briefes, sehen dies als moralische Pflicht. Wir sind es der Wissenschaft und der Freiheit von Lehre und Forschung schuldig, dass alle staatlichen Eingriffe, die eine Gleichschaltung der Wissenschaft unter der Überschrift der Frauenförderung zum Ziel haben, ein für alle Mal beendet werden.

 24. November 2013

Michael Klein, Dr. habil Heike Diefenbach, Prof. Dr. Günter Buchholz

Wir bitten um Unterstützung unserer Initiative durch Zusendung einer entsprechenden E-Mail:

Kontaktformular

Mitzeichner:

Alke, Henning

Amendt, Bodo

Baur, Fritz, Dr.

Beuchling, Olaf, Dr.

Brignola, Franco

Brückner, Christian,

Finke, Andreas

Fischer, Peter

Gilles, Uli

Greiner, Heinz

Groß, Gerhard

Guddat, Tariq H.

Hans, Sascha

Heisenberg-Krebs, Maria-Paulina, Dipl.-Volkswirt, Universität Heidelberg

Hohner, Dorathea

Hoffmann, Arne

Holzinger, Stephan, München

Jacobs, Wolfgang

Kempe, Markus, MSc. Microbiology: „Ich unterstütze Ihren offenen Brief von Herzen,, da ich mich selber als Opfer dieser Universitäts-Politik fühle. Trotz MSc.- Abschluß der Mikrobiologie istes mir nach 5 Jahren nicht möglich, eine Doktorandenstelle zu erhalten. Und trotz einem Frauenanteil von 80%+ in meinen Kursen, lese ich immer noch: „Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt“. Mit Gleichberechtigung hat das nichts mehr zu tun.“

Kerner, Johannes, Dr.

Kiesecker, Joachim, Wermelskirchen

Kovács, Adorján, Prof. Dr. mult.

Krause, Wulf, Dr. habil.

Kraußer, Andreas, Dr., MANNdat e.V.

Krüger, Michael

Kuhla, Eckhard

Knauß, Ferdinand

Lindner, Rolf, Dr.

Mala, Michael

Meier, Hans, Kempten

Mielke, Dieter

Mikula, Alexander

Niedderer, Jörg, Musiker; Osnabrück

Ost, Norbert

Pölzl, Viktor, Graz

Purwin, Olaf

Rahe, Raphael Rahe,Diplom-Musikpädagoge und StR, Osnabrück

Ralo, Jasmin

Reeb, Michael: Ich habe zwei Söhne. Deren Diskriminierung beginnt bereits in der Grundschule. Ich unterstütze Ihre Initiative. Ich fordere endlich eine Umkehr dieser subventionierten Männerdiskriminierung die europaweit immer mehr Raum greift.

Richter, Karlheinz

Sanchez, Heike: Zu sehen, dass nicht alle ins Bildungsverderben rennen, gibt mir Hoffnung. wenn meine E-Mail ein Weg ist, Ihnen meine Zustimmung zu demonstrieren oder als Stimme zu zählen, so tue ich dies gern. In der Hoffnung, dass Ihr Brief die Verantwortlichen wachrütteln möge, verbleibe ich …

Schmidhuber, Claude, MSc.: Ich unterstütze Ihren „aufruf-zur-rettung-von-freiheit-von-forschung-und-lehre-offener-brief-an-die-bundesregierung“. Ich bin froh, dass es Leute wie Sie gibt, die sich die Zeit nehmen, solche Missstände offen benennen. Der hier extrem um sich greifende Staatsfeminismus stößt mir schon lange übel auf.

Simeth, Sebastian: Ich möchte Ihnen meine größtmöglichenDank für diesen offenenBrief aussprechen und Ihnen meine Unterstützung zusichern. Ich finde es wichtig und richtig, was Sie in dem Offenen Brief schildern und fordern.

Schuster, Inge (Uni Wien) : „Auf  Grund meiner Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht war ich bereits vor einem halben Jahrhundert und bis jetzt weder in Deutschland (an einem MPI) noch in Österreich (Uni, Pharma) irgendeiner Benachteiligung ausgesetzt. Dieser Genderunfug ist eine Mißachtung aller Frauen, die sich ihre Karrieren durch Wissen, Können und Leistung erarbeitet haben!“  D. Inge Schuster schreibt weiter folgendes:

Gegen den Staatsfeminismus: Der „Staatsfeminismus“ führt auch in Österreich zu intolerablen Auswüchsen. Als Frau, die ein Leben lang in Grundlagen- und angewandter Forschung und Lehre gearbeitet hat, kann ich die Frankfurter Erklärung zur Freiheit von Forschung und Lehre nur voll unterstützen. In Wien geboren (Jg 1941) und aufgewachsen, habe ich an der Universität Wien Chemie studiert. Da ich aus einer armen Familie kam und es damals keine Stipendien, wohl aber Studiengebühren gab, habe ich einen Teil der Kosten durch Nachhilfestunden verdient. Daß die meisten meiner Kollegen männlich waren, ist mir eigentlich nie besonders, vor allem nicht negativ aufgefallen, weder während des Studiums oder der darauffolgenden Anstellung an der Uni, während des mehrjährigen post-doc Aufenthalts an dem höchst-renommierten Max-Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen noch während der 30-jährigen Forschungs-Tätigkeit in einem der größten Pharma-Konzerne. Ich erhielt immer zumindest vergleichbar große – häufig mehr – Ressourcen, Entlohnung und Möglichkeiten wie meine männlichen Mitstreiter. Mein Forschungslabor war immer “gender-neutral”, beherbergte männliche und weibliche Techniker, Diplomanden und (post)Doktoranden. Auch jetzt nach Jahren im sogenannten Ruhestand bin ich noch wissenschaftlich aktiv, mit zahlreichen meiner häufig jüngeren in-und  ausländischen Kollegen und Freunde in Kontakt. Der Fokus verschiebt sich (mangels eines eigenen Labors) allerdings mehr auf Wissenschaftskommunikation – ich freue mich zu Vorlesungen und Vorträgen eingeladen zu werden (die letzten acht Jahre war ich u.a. Lektor an einer Fachhochschule) und betreibe seit 21/2 Jahren gemeinsam mit einem Freund einen Science Blog (http://scienceblog.at/), der das gesamte Spektrum der Naturwissenschaften umfasst. In den Jahrzehnten , die ich bewußt überblicke, habe ich gesehen, daß das Respektieren einer Person nicht davon abhängt ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, sondern allein um deren Fähigkeiten, Leistungsbereitschaft und Effizienz. In vielen Fällen bemerkte ich, daß dabei kritisches Denken und – wohlbegründete – Ablehnung von Anordnungen keine negativen Auswirkungen nach sich ziehen. Vor allem Firmen sind ja unabdingbar von positivem Input abhängig und nicht davon ob dieser männlich oder weiblich ist. In vielen Fällen (auch in meinem) sah ich, daß eine intakte Familie mit Kindern zwar die Belastung der Frau erhöhen, aber nicht in Widerspruch zu einer möglichen “Karriere” stehen. Gehobene und leitende Funktionen sind aber meistens nicht mit Teilzeitarbeit kompatibel, sondern verlangen viele, viele (unbezahlte) Mehrarbeit und somit entsteht – zumindest solange Kinder noch klein sind – Arbeit rund um die Uhr und Verzicht auf jegliche Freizeitaktivitäten. Es ist nicht verwunderlich, daß viele Frauen (auch unter meinen ehemaligen Kolleginnen und Mitarbeiterinnen) ein weniger anstrengendes Leben vorgezogen haben und noch vorziehen. Wenn wesentliche Kriterien zur Bereitstellung von Ressourcen, Unterstützung und Karrieremöglichkeit einer Person in deren Fähigkeiten, Leistungsbereitschaft und Effizienz liegen, dann darf und kann es in einem vernünftigen System keine Gender-Quote geben! Diese Quote würde nicht nur zur Nivellierung der Leistungen nach unten führen sondern auch Leistungen der Frauen als deren offensichtliche Verursacher generell negativ  bewerten. Ein wichtiges Anliegen ist mir dabei auch die „Ver-innen-ung“ (Verhunzung) unserer Sprache zu stoppen, die bereits heute zu lächerlichen, praktisch nicht mehr vorlesbaren Texten geführt hat. Quoten sollten sich auch deshalb erübrigen, weil die Zahl weiblicher Studenten in vielen Studienrichtungen bereits die Zahl der männlichen übertrifft: entsprechend den Darwin’schen Selektions-Prinzip sollte man somit in einigen Jahren auch eine wesentliche Erhöhung der “surviving fittest females” erwarten, die sich um “Karriere-” Positionen in Akademie, Wirtschaft und Politik bewerben.“  / Dr. Inge Schuster, Wien

Sticher, Jörg

Tabbert, Andreas

Theler, Marcel

Trier, Peter

Tröster, Joachim

Ulfig, Alexander; Dr., Philosoph und Publizist, Frankfurt/Main

Wagner, Günter

Wolf. Matthias. BSc: Volle Unterstützung für Ihren brillanten Brief, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Ein Gedanke noch, der zeigt, dass Quoten Chancengleichheit zerstört und  nicht fördert: Wenn auf 10 Jobs sich je ein Mann und eine Frau bewerben, so herrschte Chancengleichheit wenn am Ende 5 Männer und 5 Frauen ausgewählt werden. Bewerben sich aber bei 8 Jobs nur Männer, und lediglich bei 2 ein Mann und eine Frau, so herrschte Chancengleichheit, wenn die 10 Jobs an 9 Männer und eine Frau gehen. Völlig absurd ist es, abstrakten Personengruppen (> dieFrauen <  ,  > die Männer < ) Rechte zuzugestehen. Noch absurder, Pflichten aufzuerlegen. Am absurdesten jedoch, wenn daraus Rechte und Pflichten für einzelne Repräsentanten der Gruppe konstruiert werden! – Viel Erfolg für Ihre dringend benötigte Initiative.