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Genderisten sind keine Wissenschaftler – Rettet die Soziologie!

Von Michael Klein

„Hadmut Danisch hat heute einen Bericht zu einer Veranstaltung veröffentlicht, die er in Berlin besucht hat, eine Veranstaltung unter dem Titel “Was tun gegen Antifeminismus?”. Interessierten sei der Bericht von Hadmut empfohlen, allerdings mit einer Einschränkung voraus: Das Soziologen-Bashing von Hadmut ist nicht berechtigt. Das Problem besteht darin, dass Hadmut Leuten, die behaupten, sie seien Soziologen, das Primat der Definition einräumt. Entsprechend hält er den Unsinn, den diese Leute dann erzählen für Soziologie. Es ist aber mitnichten Soziologie.

Turner SociologyDie Soziologie ist die einzige Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn kurz vor die Phase der Normalwissenschaft gekommen ist. Die Soziologie hat Theorien darüber, wie soziale Phänomene zu erklären sind. Die Soziologie hat Handlungstheorien, die erklären, wie Menschen zu Handlungen kommen und wie aus Einzelhandlungen kollektive Phänomene entstehen, wie man z.B. erklären kann, dass trotz einer Bildungsexpansion die Sozialstruktur in Deutschland mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Die Soziologie hat eine Vielzahl von Methoden zur Datenerhebung, die gut bewährt sind. Und, last but not least basiert Soziologie auf einem wissenschaftstheoretischen Fundament, das in weiten Teilen von Karl Raimund Popper, Hans Albert, Karl Acham und Ernst Topitsch gelegt wurde. Kurz: Wer sich mit Soziologie beschäftigt, der merkt schnell, dass er es mit einer Wissenschaft zu tun hat.“

http://sciencefiles.org/2014/12/04/genderisten-sind-keine-wissenschaftler-rettet-die-soziologie/

Kommentar GB:

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

http://www.soziologie.de/de/sektionen/sektionen/frauen-und-geschlechterforschung/weiterleitung.html

gibt es eine genderistische Abteilung, oder eine „Sektion“,

http://www.frauen-undgeschlechterforschung.de/

die, nicht zuletzt im Interesse der vielen anderen Sektionen, die wissenschaftlich seriös arbeiten, zügig abgewickelt werden sollte, um den Ruf der deutschen Soziologie zu retten, was hoffentlich noch möglich ist. Denn es gibt keine „feministische“ Wissenschaft, das ist vielmehr ein Widerspruch im Beiwort, eine contradictio in adiecto. In demselben Sinne kann es zum Beispiel auch keine „christliche Wissenschaft“ geben, wie etwa den „Kreationismus“ in den USA, der die Gültigkeit der Bibel der biologischen Forschung unbefragbar voraussetzt,  so wenig wie es eine „arische“ oder „jüdische“ Wissenschaft geben konnte, was tatsächlich Hitler sich einbildete, oder wie es irgendeine andere X-Wissenschaft geben kann.

Denn Wissenschaft ist nur dann Wissenschaftt, wenn sie bei sich bleibt; und dies gerade dann, wenn sie sich bewußt bleibt, dass Wissenschaft immer ein sozialer Prozess ist, dass es also immer eine soziale Kontextualisierung gibt, die sich auf Entstehungsmotive und Verwendungsinteressen auswirken.

Entscheidend aber ist die STRIKTE TRENNUNG DES BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHANGS sowohl vom Entstehungs- wie vom Verwendungszusammenhang, ohne diese jedoch zu ignorieren. Ich erinnere in diesem Zusammenhang beispielhaft an die experimentelle Entdeckung der Kernspaltung und die Folgen.

Der Begründungszusammenhang von Wissenschaft kennt einzig und allein Kategorien, Methoden, Logik und empirische Evidenz.

Und deshalb sind alle X-Wissenschaften keine  Wissenschaften. Denn es wird hier der Begründungszusammenhang von Wissenschaft, der allein wissenschaftstheoretischen und methodischen  Ansprüchen genügen muß, vermischt mit Motiven des geschichtlichen Entstehungszusammenhangs und mit Interessen des Verwendungszusammenhangs von Wissenschaft. Letztere gibt es immer, aber Wissenschaft kann nur betrieben werden, wenn sie vom Begründungszusammmenhang strikt ausgeschlossen bleiben. Der Wissenschaft darf weder ein Vorurteil noch ein Dogma noch ein feministischer Konsens (das Patriarchatsdogma) vorgeschaltet werden, sondern es muß methodisch korrekt geforscht werden, und diese Forschung muß ergebnisoffen sein. Ist das nicht der Fall, dann ist das keine Wissenschaft, sondern bloße Ideologieproduktion. Vgl. hierzu:

Ulfig, Alexander: Angst vor Objektivität, in: Soziologie heute, S. 26 – 29

Warum legt zum Beispiel Ilse Lenz, statt meinen auch an sie verschickten Fragebogen

http://cuncti.net/streitbar/673-braucht-unsere-gesellschaft-gender-studies

nicht zu beantworten, nicht einmal öffentlich dar, wie denn nun die wissenschaftstheoretischen und methodischen Grundlagen der „feministischen Wissenschaft“ eigentlich aussehen. Das erführe man als Wissenschaftler doch gerne.

Statt dessen schreibt sie Kommentare wie diesen:

http://www.taz.de/Debatte-Frauenbild-in-der-AfD/!150480/

Zitat:

„Tatsächlich will Gender Mainstreaming Gleichheit in Organisationen erreichen: Deren Maßnahmen sollen gleichheitlich wirken und Männer und Frauen gleich an den Entscheidungen beteiligt sein. Männer, die sich für Geschlechtergleichheit engagieren wollen, wurden damit angesprochen. Das entspricht sowohl dem Grundgesetz als auch dem Europäischen Wertekonsens.“ (Hervorhebung: GB)   –   Zur Kritik:

https://frankfurter-erklaerung.de/2014/12/die-phrase-von-der-gleichheit-der-geschlechter/

Sehr geehrte Frau Lenz, Sie fordern hier genau das, was von Kritikern als „Gleichmacherei“  beklagt und kritisiert wird. Das ist eine gefühlslinke Steilvorlage, das muß man Ihnen lassen!

Aber bitte lesen Sie doch einmal den Artikel 3 des Grundgesetzes.

Dort ist von Gleichberechtigung die Rede, also von gleichen Berechtigungen, also von rechtlicher Nicht-Privilegierung, also von

von GLEICHHEIT VOR DEM RECHT, also von CHANCENGLEICHHEIT und in diesem Sinne von Nicht-Diskriminierung.

Dort ist jedoch nicht die Rede von „Gleichheit“ und auch nicht von „Gleichstellung“ im Ergebnis!

Gleichheit und Gleichstellung in Ihrem Sinne – siehe Ihre Kommentierung in der TAZ / s. o. / – ist vielmehr eine feministisch untergeschobene Fehldeutung, die nicht in Einklang mit Wortlaut und Geist des Art. 3 GG zu bringen ist.

Gleichheit kommt im Grundgesetz als Gleichberechtigung, als Chancengleichheit und als Nicht-Diskriminierung vor, und sonst gar nicht.

Ein stiller Kommentar von Dr. Gudrun Eussner:

http://eussner.blogspot.fr/2014_12_01_archive.html