Medienspiegel

Das Professorinnenprogramm des BMBF

Das Professorinnenprogramm des BMBF ist eine Maßnahme zur Erhöhung der Frauenquote, mit der das prinzipielle Gebot, Stellen geschlechtsneutral auszuschreiben, zugunsten von Frauen ausgehebelt wird. Im Endeffekt werden normale Professuren zu „Frauenprofessuren“ umgewandelt, auf die Männer nicht mehr eingestellt werden können.

In diesem Programm werden auf Antrag von Universitäten Professuren finanziert, sofern sie mit einer Frau besetzt wurden. Die Frau muß auf Lebenszeit eingestellt werden, das BMBF finanziert die Stelle aber nur maximal für 5 Jahre. Nach dem Förderzeitraum muß die Professur durch die antragstellende Universität „verstetigt“ werden. Hierzu wird typischerweise eine andere z.B. durch Pensionierung oder Wegberufung freiwerdende Professur nicht neu ausgeschrieben, sondern sozusagen intern umgebucht und zur Verstetigung der Professur aus dem Professorinnenprogramm verwendet. Da die antragstellende Universität schon zum Zeitpunkt des Antrags sicherstellen muß, wie die Verstetigung finanziert werden soll, kommen vor allem absehbare Pensionierungen von Professoren hierfür infrage: die durch das Professorinnenprogramm finanzierte Stelle ist praktisch eine vorweggenommene Nachfolgebesetzung.

Entscheidend ist hier, daß für jede Stelle aus dem Professorinnenprogramm mit einer Zeitverzögerung von 3 – 5 Jahren eine Stellenausschreibung entfällt, auf der sich auch Männer bewerben könnten. Da die Förderdauer von 3 – 5 Jahren klein gegenüber der restlichen Dienstzeit von 25 – 30 Jahren ist, wird faktisch durch jede Stelle aus dem Professorinnenprogramm aus einer normalen Professur eine ausschließlich durch Frauen besetzbare Professur gemacht.

http://maninthmiddle.blogspot.de/p/frauenquoten.html#professorinnenprogramm

http://www.bmbf.de/foerderungen/20980.php

http://www.danisch.de/blog/2015/05/23/stumperhaftes-programm-management-die-dummen-sind-die-betroffenen-hochschulen/

Kommentar von mitm

23.5.2015 16:44  Kommentarlink

„Wer sich an verfassungswidrigen Aktivitäten beteiligt – das Professorinnenprogramm des BMBF
ist eindeutig verfassungswidrig – soll ruhig auf die Nase fallen.

Unabhängig davon bleibt rätselhaft, ob die antragstellenden Unis die Ausschreibung http://www.bmbf.de/foerderungen/20980.php verstanden haben. Da steht nämlich eindeutig formuliert, daß nur im Rahmen der verfügbaren Mittel gefördert wird. Womit klar sein sollte, daß ein gewisses Risiko besteht, umsonst einen enormen organisatorischen und finanziellen Aufwand gerieben zu haben.

Es lohnt sich übrigens, einen Blick in die Ausschreibung http://www.bmbf.de/foerderungen/20980.php, dort Abschnitt 7.2.1 zu werfen. Dort steht eine ellenlange Liste von Frauenfördermaßnahmen, die zugespitzt formuliert verlangen, alles und jedes an einer Uni nach Möglichkeiten zur Frauenförderung zu durchsuchen und das natürlich erfolgreich zu praktizieren. So eine Art feministisches Paradies einzurichten. “Die Dokumentation der Gleichstellungs(!)bemühungen soll 15 Seiten nicht überschreiten.” D.h. eigentlich wäre es normal, mehr Platz zu brauchen, aber man fasse sich bitte kurz.

Von der flächendeckenden Frauenförderung hängt wiederum die Bewilligung der Förderung ab. D.h. das Verfahren zielt auf eine maximale Hebelwirkung, mit geringen eigenem Mittelaufwand eine flächendeckende Frauenbevorzugung zu erreichen.“  –  Und:

mitm
23.5.2015 16:57  Kommentarlink
„@Emil: “Wenn man eine Mathematik-Professur dank Bundesmitteln mit einer weniger qualifierten Frau besetzen kann, ist das für eine Uni objektiv besser, als die Stelle überhaupt nicht zu besetzen oder den Fachbereich ganz zu schließen.”

Das stimmt so nicht. Die Förderung sind faktisch nur Peanuts in Relation zu der Gesamtsumme, um die es geht. Ich zitiere mich einfach selber:

`In diesem Programm werden auf Antrag von Universitäten Professuren finanziert, sofern sie mit einer Frau besetzt wurden. Die Frau muß auf Lebenszeit eingestellt werden, das BMBF finanziert die Stelle aber nur maximal für 5 Jahre. Nach dem Förderzeitraum muß die Professur durch die antragstellende Universität “verstetigt” werden. Hierzu wird typischerweise eine andere z.B. durch Pensionierung oder Wegberufung freiwerdende Professur nicht neu ausgeschrieben, sondern sozusagen intern umgebucht und zur Verstetigung der Professur aus dem Professorinnenprogramm verwendet. Da die antragstellende Universität schon zum Zeitpunkt des Antrags sicherstellen muß, wie die Verstetigung finanziert werden soll, kommen vor allem absehbare Pensionierungen von Professoren hierfür infrage: die durch das Professorinnenprogramm finanzierte Stelle ist praktisch eine vorweggenommene Nachfolgebesetzung.

Entscheidend ist hier, daß für jede Stelle aus dem Professorinnenprogramm mit einer Zeitverzögerung von 3 – 5 Jahren eine Stellenausschreibung entfällt, auf der sich auch Männer bewerben könnten. Da die Förderdauer von 3 – 5 Jahren klein gegenüber der restlichen Dienstzeit von 25 – 30 Jahren ist, wird faktisch durch jede Stelle aus dem Professorinnenprogramm aus einer normalen Professur eine ausschließlich durch Frauen besetzbare Professur gemacht.´

Bei 30 Restjahren und 100kEuro Kosten p.a. ist eine Einstellung also eine Investition von 3 Mio Euro, Pensionskosten nicht eingerechnet. Die 150 kE. Förderung sind 5% davon. Es ist schlicht lächerlich, wegen dieser Peanuts eine 20% weniger erfolgreiche Person einzustellen.“