Medienspiegel

Österreich: Grüne Initiative für feministische Forschung

Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer fordert in einem Entschließungsantrag „Sicherstellung der Frauen- und Geschlechterforschung an den Universitäten“

Wien – Feministische Forschung hat in Österreich derzeit keinen leichten Stand. Während in den letzten Jahrzehnten an einigen Standorten feministische Schwerpunkte aufgebaut wurden, sind diese in den letzten Jahren durch Finanzierungsengpässe und Nachbesetzungen gefährdet – der STANDARD berichtete.

Zum Artikel:

http://diestandard.at/2000017905236/Gruene-Initiative-fuer-feministische-Forschung

Kommentar GB:

Forschung setzt voraus, dass es sich hier überhaupt um Wissenschaft, also um den Prozeß der Erkenntnisgewinnung handelt.

Ist das aber bei „feministischer Forschung“ bzw. bei den „Gender Studies“ der Fall? Meines Erachtens: nein. Ich argumentiere wie folgt:

´Gender´ ist eine eine Kategorie, die nachweisbar aus dem US-amerikanischen homosexuellen Milieu stammt und von Vertreterinnen dieses Milieus auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Beijing gegen erhebliche Widerstände aus der 3. Welt durchgesetzt worden ist. Daraus resultiert das strategische Implementierungkonzept, das als Gender Mainstreaming bezeichnet wird. Quelle:
http://www.un.org/depts/german/conf/beijing/anh_1.html
und
http://www.dijg.de/gender-mainstreaming/begriff-definition/

2. Es gibt keine Gender – Theorie´, denn die Exponenten Butler, Derrida und Foucault sind sämtlich postmoderne Philosophen und keine Wissenschaftler. Was sie vorgelegt haben, das sind subjektive, vom homosexuellen Milieu (Foucault, Butler) und seinen Selbstproblemen geprägten Weltsichten, die wissenschaftstheoretisch den Status von hermeneutischen Deutungen (vgl. hierzu: Gadamer) – ohne Theoriestatus – haben. Solche – durchaus umstrittenen – Deutungen sind zwar zulässig, aber sie können erstens nicht bewiesen werden, und sie stehen zweitens in Konkurrenz mit anderen Deutungen. Das mindeste, was also verlangt werden müßte, wäre eine rationale und sachliche Auseinandersetzung aller Deutungen zu einem bestimmten Feld. Außerdem muß verlangt werden, dass die empirische Evidenz nachzuweisen ist. Unwissenschaftlich ist es mit Sicherheit, die eine oder die andere Deutung eines solchen Feldes als „Erkenntnis“ aller Diskussion vorauszusetzen, und dabei dann auch noch unbegründet (!) normativ (!) zu argumentieren, denn das ist dann reinster Dogmatismus  und Irrationalismus. So etwas hat an Hochschulen nichts zu suchen.

3. Es gibt in den Gender Studies keinen ausweisbaren Forschungsgegenstand, also kein Erkenntnisobjekt, und daher wird auch nichts erklärt, was aber Wissenschaft gerade ausmacht. Denn die Erklärungen sind als Deutungen vorausgesetzt und können lediglich noch bestätigt werden. Was ist denn das „soziale“ Geschlecht? Dass es biologisch genau zwei Geschlechter (mit der Ausnahme seltener Zwischenformen, z. B. Hermaphroditismus) gibt, das ist allgemein bekannt, und dass Männer und Frauen die verschiedensten sozialen Rollen spielen, das ist soziologisch ein alter Hut. Die obigen Deutungen bilden sich ein, etwas Besseres anbieten zu können: ein Irrtum.

4. Es wird behauptet, Gender Studies seien „interdisziplinär“. Interdisziplinär kann man aber nur sein, wenn man selbst eine Disziplin / ein Fachgebiet hat. Wird nun gesagt, dies sei die menschliche Geschlechtlichkeit, dann sitzt man in der Falle, weil diese schon längst von den Sexualwissenschaften erforscht worden ist, die von den Gender Studies aber, weil biologisch-naturwissenschaftlich fundiert, abgelehnt werden. Darin gründet der Soziologismus der Gender Studies, der zu ihrer Irrelevanz entscheidend beiträgt.

5. Den Gender Studies fehlt eine wissenschaftstheoretische Fundierung, und es fehlen ihnen wissenschaftliche Methoden. Das heißt, es gibt überhaupt keine wissenschaftliche Herangehensweise an offene Forschungsfragen. Denn was in den Gender Studies als Forschung ausgegeben wird, beschränkt sich auf die Anwendung der leitenden Deutungen auf verschiedene Praxisfelder, wobei dann selbstwidersprüchlich doch wieder von Frauen und Männern geredet wird. Es geht praktisch nur um die Bevorteilung von Frauen zulasten von Männern, und zwar nachweisbar ohne dass es dafür eine belastbare Begründung oder Rechtfertigung gäbe.

6. Aufgrund dieser Beurteilung komme ich zu dem Ergebnis, dass die im Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) enthaltene Förderung der Geschlechterforschung (Frauenforschung) rechtswidrig ist. Warum? Weil es nicht Aufgabe wissenschaftlicher Hochschulen ist, etwas anderes zu tun, als eben Wissenschaft zu betreiben. Und die Gender Studies sind eben keine Wissenschaft, so wenig das die Astrologie ist, für die es bekanntlich auch umfangreiche Lehrbücher gibt. Auch die Astrologie ist wie die Gender Studies eine mögliche Deutung. Aber sie ist eben falsch.

7. Die Argumentation, mit der wir fortlaufend und überall konfrontiert werden, ist keine offene und freie, weil sie voraussetzt, dass die subjektiven Deutungsannahmen, an die nur geglaubt werden kann, allgemein verbindlich seien. Bestreitet man diese Haltung und diese Deutungsannahmen offen und direkt, dann ist der Konflikt da. Allerdings fehlt noch die Großinquisitorin – sie wird auch noch kommen. Denn die Gender Studies haben sich noch nie rechtfertigen müssen, sind noch nie wissenschaftlich überprüft und bewertet worden, und dasselbse gilt für die zugehörigen Studiengänge. An diesem Punkt könnte m. E. selbst gegen das MWK etc. kritisch argumentiert werden, weil es um Fakten geht.

8. Die Wirkung der Gender Studies wird eine doppelte sein: erstens wird der Irrationalismus gefördert, weil die Denkstruktur der Gender Studies antiwissenschaftlich ist, und zweitens wird das intellektuelle Anspruchsniveau abgesenkt, zum Schaden aller, selbst der dadurch scheinbar begünstigten Personen in Lehre und Forschung.

9. Zu den Gender Studies findet sich hier eine auf Niedersachsen bezogenen Darstellung, auf deren Widerlegung ich bisher vergeblich warte:
http://cuncti.net/wissenschaft/510-braucht-unsere-gesellschaft-gender-studies

10. Und zum Gerede über „Vielfalt“, einem Kampfbegriff der Regenbogen-Szene, siehe hier:
http://cuncti.net/gesellschaft/421-diversity-management-wem-nuetzt-das