Medienspiegel

Othello war ein Neger und „Roberto Blanco ist ein wunderbarer Neger“ – na und?

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Sprache und Political Correctness
Neger, Mohrenköpfe, Zigeunerschnitzel

Für den Sprachmoralisten steht nicht die Diskriminierung selbst, sondern ihr angeblicher sprachlicher Niederschlag im Zentrum. Doch wertneutrale Sprache ist eine Illusion.

Zum Artikel:

http://le-bohemien.net/2015/10/04/neger-mohrenkoepfe-zigeunerschnitzel/

Kommentar GB:

Ich pflichte Rainer Schreiber in vielen Punkten bei, finde aber seine Äußerungen zum „Neger“ unsinnig. Für mich ist Neger ein genau so wertfreier Ausdruck wie Weißer. Ist das für Schreiber nicht so? Warum denn? Und weshalb sollte ich mir einreden lassen, dass es anders sei?

Wichtig scheint mir die vom Autor verwendete Kategorie des „Sprachidealismus“ zu sein, der mit der Theorie und Praxis des Sprachhandelns zusammenhängt.

http://feministisch-sprachhandeln.org/

http://www.lannhornscheidt.com/tag/sprachhandeln/

http://feministisch-sprachhandeln.org/wp-content/uploads/2014/03/onlineversion_sprachleitfaden_hu-berlin_2014_ag-feministisch-sprachhandeln.pdf

Wenn also eine Aussage wie: „Der Himmel ist bei Sonnenschein blau“ von einer klugen Frau oder wem oder was auch immer als diskriminierend für all die anderen Farben des bunten Regenbogen-Spektrums empfunden wird, dann muß diesem Gefühl gefolgt werden, indem man nur noch sagen darf, der Himmel sei licht, was ja stimmt, und dieses Licht beinhalte alle Farben des Spektrums, was ja auch stimmt, sofern man von der bösen diskriminierenden Streuung des Lichts einmal abseht. Diese Diskriminierung dürfe daher nicht sein, und also dürfe die Lichtstreuung nicht als solche benannt werden, und werde sie nicht benannt, dann existiere sie im Bewusstsein nicht mehr, so dass folglich die Diskriminierung verschwunden sei.

Eine irre Logik sei das, meinen Sie? Sehen Sie, genau das meine ich auch.