Medienspiegel

Eurabia – das kommende Kalifat

 Bat Ye’or

Europa und das kommende Kalifat

Der Islam und die Radikalisierung der Demokratie

Übersetzung, Hintergründe und Kommentierung von Hans-Peter Raddatz

Duncker & Humblot Berlin 2013. 228 Seiten. Paperback. 24,90 €

ISBN 978-3-428-13831-9 (Print)

„Während große Teile der Bevölkerung in Europa dem Islam und der durch ihn bestimmten Herrschaftskultur aus guten Gründen kritisch und ablehnend gegenüberstehen, folgen die herrschenden und tonangebenden Kräfte in Wirtschaft, Politik und Medien einem dezidiert proislamischen Kurs. Wesentliche Ausdrucksformen dieser umfassend spürbaren Ausrichtung sind a) die enge Interessenabstimmung mit islamischen Führungsinstanzen auf supranationaler Ebene, b) die Gewährleistung und Absicherung mehrdimensionaler Islamisierungsprozesse in den westlichen Zuwanderungsländern sowie c) die systematische Diskriminierung und mediale Ausgrenzung islamkritischer Positionen.

Was aber sind nun die näheren Hintergründe, Triebkräfte, situativen Zusammenhänge und institutionellen Verwirklichungsmechanismen dieser westlich-islamischen Herrschaftsallianz hinter dem Rücken und auf Kosten der europäischen Bevölkerung?

Dieser Frage geht die unter dem Pseudonym Bat Ye’or (Tochter des Nils) schreibende, in Ägypten geborene und in der Schweiz lebende jüdische Autorin engagiert und anhand einer sorgfältigen Sichtung eines umfangreichen Dokumentenmaterials nach.

Strategischer Ausgangspunkt: Das Streben des Islam nach universeller Weltherrschaft

Von zentraler Bedeutung sowohl für das Begreifen der islamischen Globalpolitik als auch für die Absurdität der westlichen proislamischen Verhaltensweise ist die Herausarbeitung des universellen Herrschaftsstrebens als Grundinhalt und bestimmender Wesenszug des authentischen Islam. So akzeptiert der Islam keine Gleichberechtigung von Muslimen und Nichtmuslimen, sondern duldet Letztere bestenfalls im Status des unterworfenen tributpflichtigen Schutzbefohlenen (Dhimmi), sofern es sich um Besitzer heiliger Bücher (Christen, Juden und wenige andere) handelt. Nichtbesitzern heiliger Bücher wie Polytheisten und Religionsfreie wird dagegen schlichtweg das Existenzrecht bestritten.

Bat Ye’or, die zuvor Bücher über den Dhimmistatus veröffentlicht hat, rückt folgerichtig das Djihad-Konzept ins Zentrum der Analyse islamischer Herrschaftspolitik und stellt ein wenig übertreibend fest, „dass die Djihad-Ideologie der Welteroberung, angetrieben von Milliarden Petrodollars sowie erleichtert durch die Nachgiebigkeit europäischer Regierungen und die Rivalität zwischen den Westmächten, nun in jedem Winkel der Welt in voller Blüte steht.“ (S. 4).

In Anlehnung an Bassam Tibi unterstreicht sie, dass es zwischen Muslimen und Nichtmuslimen keinen wirklichen dauerhaften Frieden geben kann, da Frieden mit Nichtmuslimen aus islamischer Perspektive immer Unterwerfung oder Konversion voraussetzt und insofern nur ein „islamischer Diktatfrieden“ möglich ist. Im Grunde nämlich ist die pure Existenz von Nichtmuslimen ein zu überwindender gotteslästerlicher Frevel.

Da die islamische Offenbarung die Muslime unumstößlich dazu verpflichtet, die Allah gehörende Erde zu islamisieren, geht deshalb niemals von ihnen eine kriegerische oder aggressive Handlung aus (da sie doch nur den göttlichen Auftrag erfüllen!). Vielmehr sind es grundsätzlich die Nichtmuslime, die aggressiv und kriegerisch handeln, indem sie die von Allah befohlene Islamisierung der Welt verhindern wollen und sich den göttlich verpflichteten Muslimen widersetzen. In dieser Sichtweise ist der Djihad nichts weiter als die geheiligte Rückeroberung von Gebieten, die den wahren Gläubigen gehören und von Nichtmuslimen widerrechtlich besetzt sind. „Insofern qualifiziert die Wiederaneignung von Land, das in jedem Falle dem Islam gehört, den Djihad zu einem defensiven, gerechten und legalen Krieg der Muslime, da er den Willen Allahs wiederherstellt und durch die Unterwerfung und Erniedrigung der Nichtmuslime den Frieden bringt.“ (S. 7) “  (…)

„Gemäß der Kairoer Erklärung der Menschenrechte der OIC vom August 1990, die sämtliche normativen Festlegungen unter Schariavorbehalt stellt und damit im diametralen Gegensatz zum säkularen Ethik- und Rechtsverständnis steht, forderte die Islamische Weltliga 2000 auf einem Symposium in Rom die Weltöffentlichkeit dazu auf, die von Allah im Koran verfügten Gesetze sowie die Scharia als verbindliche Grundlage der Menschenrechte anzuerkennen und zu respektieren. Demnach hätten die Menschenrechte ihre wahren Wurzeln im islamischen Recht. Allah sei beides: Quelle der Menschenrechte und Ursprung des Maßstabs, an dem das Verhalten des Menschen gemessen werden sollt; die Würde des Menschen wäre folglich ein Vermächtnis Allahs. Die Menschheit wird aufgefordert, den Willen Allahs umzusetzen.“ (…)

–  (Hervorhebungen GB)  –  Zum Artikel:

http://www.hintergrund-verlag.de/texte-rezensionen-bat-yeor-europa-und-das-kommende-kalifat-der-islam-und-die-radikalisierung-der%20demokratie.html

und

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/801057_Autofahren-kann-die-Eierstoecke-schaedigen.html?em_cnt=801057

und

und

Islamische Theologie: Humboldts Imame