Medienspiegel

Bloß keine Frauenquote!

von Dr. Fiona Lorenz

Bloß keine Frauenquote! Das ist das unten zitierte Fazit ihrer informativen und reflektierten Analyse. Diese ist das Gegenteil des in den Medien und in der Politik üblichen Abspulens der Stereotype der feministischen Ideologie. Daher ist dieser ausführliche und sorgfältig belegte Text sehr zu empfehlen. Hier ist er erschienen:

http://www.streitbar.eu/aufsatz_lorenz.html

„Frauenrechte gibt es genug, so mein Plädoyer. Dank den Pionierinnen des Feminismus sind Frauenrechte in Deutschland selbstverständlich. Benachteiligungen werden jedoch allerorten und allerseits gebetsmühlenartig weiterhin behauptet. Dabei werden Frauenrechte weidlich genutzt, zum Teil missbraucht, zum Teil ignoriert. Im internationalen Vergleich lebt bei uns hier in Deutschland die Durchschnittsfrau kuscheliger als der Durchschnittsmann. Will sie nicht arbeiten, wird sie Hausfrau und/oder Mutter. Das darf sie, das ist gesetzlich legitimiert, das zahlt schon irgendeiner.

Wer hierzulande Frauen weiterhin als Opfer sieht und verkauft, übersieht dabei, dass sie vielfach eben nicht wollen, was sie wollen sollen. Statt vom Staat und Arbeitgebern zu fordern, sie mögen Frauen fördern und ihnen die Pöstchen hinterhertragen, sollten wir von den Frauen selbst vielleicht sogar mehr fordern, sie in die Pflicht, in die Verantwortung nehmen.38 Es gibt eben Anforderungen des Arbeitsmarktes – Arbeitgeber wollen und müssen gegen konkurrierende Arbeitgeber – und Nationen – bestehen.39 Die Bedingungen des Arbeitsmarktes in Frage zu stellen und diese gegebenenfalls menschenfreundlicher zu gestalten, ist eventuell notwendig oder wenigstens wünschenswert. Aber ein Unternehmen kann nicht funktionieren, wenn es zu viele Rücksichten auf die vermeintlich Schwächsten nimmt. In anderen Ländern, in der ehemaligen DDR geht und ging es auch: Frauen haben gearbeitet und arbeiten wie Männer. Ohne Sonderrechte, sondern als gleichwertige Mitglieder der Erwerbswelt.

Jedes Geschlecht hat sein eigenes Päckchen zu tragen, ebenso wie jeder Vertreter eines sozialen Status, einer Alterskohorte oder einer Nationalität. Letztlich sind andere Personenkreise weitaus mehr benachteiligt als Frauen, wenn es um den Zugang zu Bildung oder zur gesellschaftlichen Teilhabe geht und Frau ist nicht gleich Frau.40 Und schließlich haben sämtliche Pisa- und OECD-Studien gezeigt, dass (nicht nur) in Deutschland vor allem die soziale Herkunft darüber entscheidet, welche Lebenschancen ein Kind erhält.41 Kurz: Neue Interpretationen braucht das Land!“

Fiona Lorenz promovierte ohne jegliche Frauenquote zum Thema „Lebensraum Universität. Lebenskonzepte von Hochschulabsolventinnen und -absolventen.“; DUV 2004.