Medienspiegel

Lügen mit Zahlen

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Eine bekannte Redewendung heißt: Ich glaube nur an die Statistik, die ich selbst gefälscht habe. Und alles andere steht unter dem Verdacht, dass es sich um eine Fälschung handelt, solange das Gegenteil nicht bewiesen worden ist. Das ist gewiß eine Zuspitzung, aber eben nicht ohne Wahrheitsgehalt. Im Gegenteil: mehr denn je drängt sich der Eindruck auf, dass statistische Berechnungen benutzt werden, um scheinbare Belege für das zu konstruieren, was das jeweilige Interesse verlangt, wobei zugleich die Berechnungsmethode gern verschleiert wird, damit Manipulationen und Fehler schwerer aufgedeckt werden können. Ist die Berechnungsmethode kompliziert, was durchaus vorkommt, dann sichert meist bereits das den verschleiernden Effekt. Beliebt ist es z. B., eine Korrelation zu berechnen,  und diese dann als Kausalität darzustellen. „Merkt ja keiner…“

In der PR-Arbeit gilt, dass es nicht darauf ankommt, ob etwas stimmt bzw. wahr ist, sondern darauf, dass damit die gewünschten Wirkungen erzielt werden. Die medialen Publikationen zum sogenannten Gender Pay Gap liefern hierzu einiges Anschauungsmaterial. Nicht nur auf diesem Feld ist es gelinde gesagt erschütternd, mit welcher Ahnungslosigkeit oder manchmal auch Skrupellosigkeit Statistiken verwendet und interpretiert werden.

Es gibt jedoch zwei Gegengifte: das eine lautet „nichts glauben, einfach gar nichts“, besonders dann nicht, wenn es nachdrücklich behauptet wird, das zweite lautet: sich selbst schlau machen, z. B. mit:

Gerd Bosbach / Jens Jürgen Korff: Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden.