Medienspiegel

Sprachpolitik: Sprache als Gesinnungstest

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Es war früher üblich und selbstverständlich, allegemein von Studenten zu sprechen. Das ist vorbei. Heute ist an den Hochschulen sprachpolitisch durchgesetzt, diese als „Studierende“ zu bezeichnen. Das ist zwar lächerlich, aber leider kein Witz. Der hier ausgewählte Beitrag beleuchtet das Thema.

Von: Schoppe

„Diejenigen, die ihre Grundannahmen teilen (dass es eine allgegenwärtige männliche Herrschaft gäbe, dass diese Herrschaft bis in die grammatikalischen Strukturen hinein auch die Sprache präge, dass diese Strukturen wiederum zur Reproduktion der Herrschaft beitrügen, etc.), finden die Argumente für eine „geschlechtergerechte Sprache“ vermutlich plausibel. Denjenigen aber, die diese Annahmen nicht teilen, wird es womöglich als verstiegen erscheinen, ein so umfassendes Patriarchat zu imaginieren,  dass selbst grammatikalische Formen als Feinde behandelt werden müssen. Die „geschlechtergerechte Sprache“ hat in diesem Sinne weniger mit wissenschaftlichen Nachweisen als mit Glaubensinhalten zu tun.

Nun ist der Glaube sicherlich legitim, dass ein regelmäßiger Gebrauch „geschlechtergerechter“ sprachlicher Formen auch zu einer größeren Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern beitrage. Es ist aber offenkundig illegitim, institutionelle Machtpositionen zu missbrauchen, um anderen, Abhängigen den Rahmen dieser Glaubensstrukturen aufzuzwingen. Unter der Hand werden so Gesinnungsprüfungen etabliert  – die Studenten oder Referendare müssen nachweisen, dass sie des rechten Geistes Kind sind. Damit setzt die Erwartung „geschlechtergerechter Sprache“ Traditionen fort, in denen es früher beispielsweise einmal obligatorisch war, Texte dem zuständigen Fürsten zu widmen oder rituell Gott und den Kaiser zu loben.“  (Hervorhebung: GB)  Zum Artikel:
http://man-tau.blogspot.de/2013/04/sprache-als-gesinnungstest.html