Medienspiegel

Der große Knick nach der Promotion

von Lisa Becker – Auszüge:

„Der Frauenanteil unter den Doktoranden liegt bei 40 Prozent. Doch unter den Habilitanden ist nur gut ein Fünftel weiblich. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch an den Universitäten wird deshalb über Frauenquoten diskutiert.

Unter den Absolventen eines Studiums ist noch gut die Hälfte weiblich. Ihr Anteil unter den Doktoranden beträgt 40 Prozent. Dann kommt der große Knick. Unter den Habilitanden sind Frauen nur noch zu einem guten Fünftel vertreten. Unter den Professoren ist ihr Anteil noch einmal etwas geringer.

Besonders kritisch sei die Phase gegen Ende und nach der Promotion – die Zeit, in der die meisten Familiengründungen stattfänden, sagt Inken Lind, Wissenschaftlerin am Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS/GESIS. Das Zentrum ist ein nationaler Think Tank zum Thema Gleichstellung in der Wissenschaft. Lind warnt jedoch davor, nur das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft als zentrale Ursache zu sehen. Hinzu kämen weitere strukturelle Probleme. So sei eine Wissenschaftslaufbahn mit einer langen Phase der Unsicherheit verbunden. „Gleichzeitig sind die Erwartungen an den zeitlichen Einsatz und die Mobilität sehr hoch“, sagt Lind. Die Gleichstellungsbeauftragte an der Uni Göttingen, Edith Kirsch-Auwärter, spricht von „prekären“ Beschäftigungsverhältnissen, die Wissenschaftler auf ihrem Karriereweg eingehen müssten. Das bringe vor allem Frauen dazu, wieder auszusteigen. „Frauen ziehen sich eher in die Familie zurück oder suchen sich eine Stelle unter ihrem Qualifikationsniveau“, sagt Kirsch-Auwärter.“ (Hervorhebungen: GB)

Kommentar GB: Statistische Anteile ( s. o.)  können keine Frauenquoten rechtfertigen. Das ist schlicht Unsinn. Den Beweis liefert der letzte Absatz: Die Menschen wählen sich ihre beruflichen und sonstigen Lebenswege selbst. Sie entscheiden individuell und deshalb unterschiedlich darüber, welche Risiken und Belastungen sie bereit sind einzugehen. und sie haben unterschiedliche Pläne und Lebensentwürfe. Fazit: die Normativität, die den gleichstellungspolitischen Regelungen und Darstellungen in stets gleicher Weise unterlegt wird, ist eine ungeheuerliche Anmaßung, die die Entscheidungen mündiger Menschen ignoriert.

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http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/frauen-in-der-wissenschaft-der-grosse-knick-nach-der-promotion-1413.html