Medienspiegel

Neusprech für Fortgeschrittene

von Claudia Wirz

„Die Sprache des korrekten Menschen lässt niemanden aus, würdigt niemanden herab und wird immer allen gerecht. Nur einer tut dieses Neusprech Unrecht: der Sprache selber.

Lange haben wir sie hinter uns gelassen, die Zeiten, als die weibliche Bevölkerungshälfte durch das generische Maskulinum systematisch unterschlagen wurde, als etwa in Schulverordnungen nur von Schülern und nicht von Schülerinnen und Schülern die Rede war. Dank unzähligen amtlichen Leitfäden sind die Frauen heute fast allgegenwärtig. Aber eben nur fast. Ausnahmen werden gerne gewährt, wenn es um unerwünschtes soziales Verhalten geht. Auf Wendungen wie Abzockerinnen und Abzocker, Chaotinnen und Chaoten oder Alkoholikerinnen und Alkoholiker pocht niemand mit Eifer. Aber sonst sind die Frauen sichtbar – und die Texte umso länger und holpriger. Lesbarkeit und Eleganz des Ausdrucks haben zurückzutreten für das höhere Gut der Geschlechtergerechtigkeit.“ – Weiterlesen:http://www.nzz.ch/wissen/bildung/neusprech-fuer-fortgeschrittene-1.18112623

und ein kluger Kommentar zu diesem Thema in der WELT mit dem Fazit – s. u.:

http://www.welt.de/wissenschaft/article117770814/Wie-sexistisch-ist-die-deutsche-Sprache.html

„Es ist also ein Vorschlag, in das bestehende altgediente System eine Gerechtigkeit hineinzulesen, die vielleicht sogar systematisch angelegt ist. Weibliche Formen sind genauso oft wie männliche vertreten. In bestimmten Konstellationen und unter einer gewissen Perspektive schließen weibliche Formen männliche mit ein. Wir brauchen keine immer neuen Gleichmachungsanstrengungen, sondern einen frischen unverstellten Blick auf unsere Sprache.“

Kommentar GB:

Hat die Debatte um die sogenannte „Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache“ einen neurotischen Charakter?

Und muß diese Frage nicht auch  für die Sexismus-Kampagne gestellt werden?