Medienspiegel

Frauenquote: Lösungsvorschläge statt Endlosdebatten

Veröffentlicht

Von: Verena Michaeli

„Die Quote ist keine Antwort auf die Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft, meint die Studentin Verena Michaeli. Forschung basiert auf den unvergleichlichen Einzelleistungen individueller Köpfe. Besser wäre es, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen.

Wenn sich Politiker und Wissenschaftler für eine Frauenquote in wissenschaftlichen Berufen an deutschen Hochschulen aussprechen, dann haben sie meist folgende Zahlen im Blick: Der Anteil an Professorinnen liegt insgesamt bei 19 Prozent, in den Naturwissenschaften bei 12 und in den Ingenieurswissenschaften sogar nur bei 9 Prozent. [1] Bei einem Anteil von um die 50 Prozent weiblichen Studenten in ganz Deutschland sehen viele Befürworter in der Unterrepräsentation eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts, das sich scheinbar ohne staatliche Regelung im Kampf um hohe wissenschaftliche Positionen nicht gegen seine männliche Konkurrenz durchsetzen kann. Als Studentin, die selber vor der Entscheidung steht, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen, sollte es mir doch sehr gelegen kommen, meine eigenen Karrierechancen durch eine gesetzlich verankerte Frauenquote steigen zu sehen. Warum werden diese Zeilen dann trotzdem kein Plädoyer für eine solche Quote?

Mein erster Gedanke hat nichts mit Statistik, Ökonomie oder Soziologie zu tun, sondern ist ein rein emotionaler: Ich will keine Quotenfrau sein! Wenn ich eine gute Arbeitsstelle bekomme, möchte ich das auf meine Qualifikation zurückführen können und mich nicht fragen müssen, ob mein Geschlecht das eigentlich entscheidende Kriterium bei der Auswahl war. Eine Quotenregelung würde das Vorurteil des „schwachen Geschlechts“, das im direkten Vergleich mit den männlichen Bewerbern schlechter abschneidet, geradezu bestätigen. Besonders deutlich wird bei solch einer Gegenüberstellung die Aufspaltung der Bevölkerung in zwei Gruppen – anhand eines einzigen Merkmals: des Geschlechts. Die Unterschiede zwischen den eigentlich bedeutsamen Merkmalen, wie etwa der Leistung, innerhalb dieser beiden scheinbar homogenen Gruppen werden dabei gekonnt ignoriert. So eine oberflächliche Gleichmacherei kommt weder Männern noch Frauen zugute, die sich als selbstständige und selbstverantwortliche Menschen begreifen.“ – Weiterlesen:

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