Medienspiegel

Eine wichtige Frage und ein Hinweis

Alexander Ulfig im Interview mit Reinhard Jellen:

„Quotenpolitik ist keine linke, sondern eine rechte Politik“

Zum Artikel:

http://www.heise.de/tp/foren/S-Quotenpolitik-ist-keine-linke-sondern-eine-rechte-Politik/forum-228974/list/

Es folgt dort ein sehr bemerkenswerter Kommentar:

„18. Mai 2012 01:23

 

Die Frauenbewegung hat den emanzipatorischen Fokus verloren (Editiert vom Verfasser am 18.05.12 um 01:26)

 

Das könnte man als Essenz von Ulfigs Arguments festhalten. Die Quote
dient nur der Aufwärtsmobilität von Mittelschichtfrauen und ist daher
selektiv. Sie löst weder das Problem der Berufsrückkehr von Müttern
noch trägt sie etwas zur Organisation von Teilzeitarbeit bei. Sie ist
ein opportunistischer Selbstläufer, mit dem eine feministische Lobby
ihre Existenzberechtigung nachweist, indem sie für eine ausgesuchte
Klientel Vorteile erstreitet.

Indem die Frauenbewegung den Staat für Quotenregelungen in Anspruch
nimmt, betreibt sie Regulierung an der falschen Stelle. Sie fügt sich
in die neoliberale Tendenz ein, gleichzeitig ökonomisch permissiv und
kulturell repressiv zu handeln. Die Quote ist eine Form kultureller
Planwirtschaft, die das alte konservative Ideal der »formierten
Gesellschaft« mit neuen Mitteln umzusetzen versucht. Die ehemalige
Emanzipationsbewegung wird in Gestalt ihres Establishments vom
»System« in die staatliche Dienstklasse kooptiert, um ihr zentrales
Anliegen fortan als systemkompatiblen Verdrängungswettbewerb zwischen
den Geschlechtern zu inszenieren.

Auf der anderen Seite hat die Männerbewegung ihren
gesellschaftskritischen Brennpunkt noch nicht gefunden. Empirisch ist
sie wohlbegründet, aber den Anspruch darauf, ein
gesamtgesellschaftliches Projekt der Emanzipation zu entwerfen, hat
sie noch nicht systematisch formuliert. Das schlägt sich derzeit in
den Schwierigkeiten nieder, die Männerbewegung als »linkes Projekt«
zu definieren. Ein Teil der Männerbewegung ist in einer Kultur des
Ressentiments versackt, die zu gar keinem systematischen Gedanken
mehr in der Lage ist. Was andererseits dem fortschrittlichen Teil
bislang noch fehlt, ist ein überzeugendes Modell, wie sich eine
Kritik der Geschlechtsrollen aus männlicher Perspektive mit einer
Kritik des Kapitalismus zusammenschließen kann.

Das wird nur gelingen, wenn es der Männerbewegung gelingt, das Erbe
der ersten, ursprünglichen Emanzipationsbewegung der Moderne, der
bürgerlichen, dialektisch zu erneuern – und das bedeutet: es sind die
Männer, die heute den Eigensinn und Eigenwert der
»Reproduktionssphäre« und der Familie gegen die Zumutungen von Staat
und Ökonomie verteidigen müssen.

(Edit: letzter Satz fehlte)“ – Hervorhebung GB

http://www.heise.de/tp/foren/S-Die-Frauenbewegung-hat-den-emanzipatorischen-Fokus-verloren/forum-228974/msg-21850496/read/

und ergänzend:

http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/7392-rezension-von-dann-mach-doch-die-bluse-zu