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Die Wachhunde der Machtelite: Noam Chomskys Kritik der Intellektuellen

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„Für Noam Chomsky haben die Intellektuellen die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken. Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Aber nach Chomsky zeigt die historische Erfahrung, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht für das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre Fähigkeiten in den Dienst für die Interessen und Privilegien der Machtelite stellen. Diese Machtelite entscheidet darüber, was in der Gesellschaft passiert, weil sie über den dafür notwendigen Reichtum besitzt.
Intellektuelle bilden für Chomsky eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, weil sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung „verkünden, was sie glauben sollen“. Christian Girschner zeichnet Chomskys Kritik der Intellektuellen nach.

„Einer der großen Vorteile, die Macht und Reichtum mit sich bringen, besteht darin, sich niemals für etwas entschuldigen zu müssen.“

Noam Chomsky[1]

Die Wahrheit sagen
Für Noam Chomsky haben die Intellektuellen die „Verantwortung“, „die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken.“[2] Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet „sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die Muße, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben, die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt, unter dem die gegenwärtigen geschichtlichen Ereignisse sich uns darstellen.“[3] Insofern sollte die privilegierte Position der Intellektuellen sie zu herrschaftskritischen und aufklärerischen Akteuren in der Gesellschaft machen. Die Verantwortung der Intellektuellen, die Wahrheit zu sagen, rührt also nicht aus deren angeblich überragenden Fähigkeiten des Denkens und Urteilens, sondern vielmehr aus dem Umstand, dass sie im Vergleich zur ´lohnarbeitenden Normalbevölkerung` die entsprechende Zeit und Möglichkeit besitzen, über gesellschaftliche Ereignisse und Zusammenhänge nachzudenken, Tatsachen und Meinungen zu überprüfen und dafür Informationen einzuholen.[4]“  –  Weiterlesen:

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