Medienspiegel

Die Quote stempelt Frauen zu Opfern ab

Von Dorothea Siems  –  Auszüge:

„Die Koalition will mehr weibliche Führungskräfte in der Wirtschaft erzwingen. Ein Irrweg, der nicht nur den Unternehmen schadet. Er geht auch krass an den Interessen der meisten Frauen vorbei.“

„SPD und Union haben sich schon festgelegt, dass die starre Frauenquote das probate Mittel ist, um Gleichberechtigung in den Führungsetagen der Wirtschaft zu erzwingen. In Aufsichtsräten soll in Zukunft mindestens jeder dritte Posten weiblich besetzt sein. Und auch für Vorstände und andere Führungspositionen sind Regulierungen und bei Verstößen harte Sanktionen vorgesehen.

Eine neue absurde Diskriminierung

Diese radikale Form der Frauenförderung ist hoch umstritten. Denn ein staatlich verordnetes Quotenregime sorgt keineswegs für Gerechtigkeit, sondern für eine neue absurde Diskriminierung. Schließlich existieren etliche Gründe, warum Frauen auch heute noch selten einen Chefsessel ergattern.“

„Mit der Quote erklärt die Politik Frauen zu Opfern, die es ohne staatlichen Begleitschutz nicht in die Chefetage schaffen. Dass Umfragen zeigen, dass nicht einmal die weiblichen Wähler pro Quote sind, ficht Frauenministerin Manuela Schwesig ebenso wenig an wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die das Vorhaben in der Union durchgedrückt hatte.

Die Politikerinnen halten sich für die gesellschaftliche Avantgarde – obwohl die meisten Frauen ihnen gar nicht folgen wollen. Die Quotenanhänger aller Parteien im Bundestag eint ihr Ziel, dass Frauen am Arbeitsmarkt mit den Männern gleichziehen sollen. Mit allen Mitteln versucht man – bisher vergeblich – Mädchen für klassische und in der Regel besser bezahlte Männerberufe zu interessieren.

Müttern wird bescheinigt, sie säßen in der „Teilzeitfalle“, obgleich fast alle ihre Arbeitszeit ganz bewusst verkürzen. Und das heutige Unterhaltsrecht bestraft Geschiedene, die sich mehr der Familie statt der Karriere gewidmet haben. Mit ihrer starren Frauenquote schadet die große Koalition der Wirtschaft und macht zudem Frauenpolitik, die an den Interessen der meisten Frauen meilenweit vorbei geht.“  –  Weiterlesen:

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