Medienspiegel

Karriere machen mit Phrasendreschen: Bluffen cum Laude

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Von Martin Roos

„Geschwollene Ausdrucksweisen kennt jeder – der Witz, dass sie mehr schmerzen als geschwollene Mandeln, mag alt sein, ist aber immer noch wahr. Wie fiebrig vor allem Wissenschaftssprache ist, zeigen Lena Greiner und Friederike Ott in ihrem jetzt erschienenen und amüsanten Buch „Simulieren geht über Studieren“. Es ist eine Art Wegweiser durchs hochgeschraubte Wissenschaftsdeutsch.

 

Freilich hat jede Disziplin ihre eigene Ausdrucksweise. So sprechen Ärzte von Zeruminalpfropfen, wenn sie Ohrenschmalz entfernen. Juristen reden von Debitor, wenn sie den Schuldner meinen. Und Betriebswirte fassen einen „aus der Geschäftstätigkeit erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode“ als „Cashflow“ zusammen. Das ist alles nicht verwerflich, solange Fachleute unter sich sprechen, meinen die Autorinnen. Häufig mache Fachsprache die Kommunikation sogar präsenter und effizienter. Mit Blenden habe das nichts zu tun. Doch wenn jemand Inhalte unnötigerweise unverständlich ausdrücke, stecke häufig ein unlauteres Motiv dahinter: „Er will mit hochtrabenden Begriffen Kompetenz vorgaukeln“, schreiben Greiner und Ott.“

Kommentar GB: Und wer hierzu eindrucksvolle Beispiele sucht, dem sei die Gender-Literatur empfohlen.

http://www.huffingtonpost.de/martin-roos/bluffen-cum-laude-karrier_b_5021713.html