Medienspiegel

Sprachpolitik in Österreich

Aus aktuellem Anlass lesen Sie hier einen offenen Brief an Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sowie Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.   –   Auszug:

„Die feministisch motivierten Grundsätze zur „sprachlichen Gleichbehandlung“ basieren auf einer einseitigen und unrichtigen Einschätzung der Gegebenheiten in unserer Sprache. Das „generische Maskulinum“ (z.B. Mensch, Zuschauer) zum Feindbild zu erklären und dessen Abschaffung zu verlangen, blendet die Tatsache aus, dass unsere Sprache ebenso ein „generisches Femininum“ (z.B. Person, Fachkraft) und ein „generisches Neutrum“ (z.B. Publikum, Volk) kennt. Alle seit Jahrhunderten als Verallgemeinerungen gebrauchten Wörter umfassen prinzipiell unterschiedslos beide Geschlechter. Die angeführten Beispiele beweisen dies. Es kann also weder die Rede davon sein, dass das jeweils andere Geschlecht nur „mitgemeint“ sei, noch dass das „generische Maskulinum“ ein „geronnener Sexismus“ wäre und für die Unterdrückung der Frau in der Sprache stünde. Die Sprachfrequenzforschung belegt ganz im Gegensatz dazu überzeugend, dass der feminine Artikel „die“ in allen Arten von Texten um ein Vielfaches häufiger repräsentiert ist als der maskuline Artikel „der“.

Folgende aus den angeführten irrigen Grundannahmen entstandenen Verunstaltungen des Schriftbildes sind daher wieder aus dem Schreibgebrauch zu eliminieren:

  • Binnen-I, z.B. KollegInnen
  • Schrägstrich im Wortinneren, z.B. Kolleg/innen
  • Klammern, z.B. Kolleg(inn)en
  • hochgestelltes „a“ bzw. „in“ im Anschluss an bestimmte Abkürzungen

Diese schriftlichen Verunstaltungen entsprechen einerseits nicht dem derzeit gültigen „Amtlichen Regelwerk“ zur deutschen Rechtschreibung, andererseits enthalten sie zum Teil grammatische oder sprachlogische Fehler und können in den angebotenen Formen nicht unmittelbar gelesen werden. (Näheres dazu ist in diversen Publikationen von Brühlmeier, Kubelik, Pohl u.a. nachzulesen.)“.   –   Zum Offenen Brief:

http://www.krone.at/Oesterreich/Sprachliche_Gleichbehandlung-Offener_Brief-Story-411691

Kommentar GB: Man lese die Forenbeiträge – dort ist, was die Personen angeht, schon alles gesagt.

Kommentar Hadmut Danisch:

http://www.danisch.de/blog/2014/07/15/oesterreich-widerstand-gegen-gender-sprech/