Medienspiegel

Mehr Waffen sind genau das, was Menschen im Irak jetzt am dringendsten brauchen

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„Washington, Teheran, Erbil (dpo) – Gute Nachrichten für den Irak! Die Vereinigten Staaten und der Iran haben damit begonnen, kurdische Kämpfer im Norden des Landes direkt mit Waffen zu beliefern. Damit bekommt das bürgerkriegsgeschüttelte Land endlich das, was es am dringendsten braucht: mehr Waffen. Landauf, landab gingen die Menschen zum Feiern auf die Straße – nur um anschließend gleich wieder in Deckung zu gehen.“  – 

http://www.der-postillon.com/2014/08/mehr-waffen-genau-das-was-menschen-im.html

Kommenar GB:

Wenn man erst einmal ein solches Dilemma geschaffen hat, braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass alle Handlungsoptionen richtig und falsch zugleich sind. Und aus der Sicht Osama bin Ladens entwickelt sich der Gesamtprozeß ungefähr so, wie er ihn sich einst vorgestellt hatte. Niemand ist ihm dabei so hilfreich wie die USA, wenngleich sie das so wohl nicht angestrebt haben. Es sollte niemand das außerordentlich destruktive Potenzial unterschätzen, das sich in der Region zunehmend entfaltet. Alles spricht dafür, dass das noch viel weiter gehen wird. Und überall, wo militärisch eingegriffen wird, bleiben ´failed states´ zurück, die nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden können. Ist das nicht fabelhaft? Wenn der Waffenhandel nun noch dafür sorgt, dass in diesen Regionen leistungsstarke Flugabwehrraketen installiert werden können, dann wäre die Einstellung des Weltluftverkehrs der nächste Schritt. Die Welt wäre erst zweigeteilt zwischen dem Empire und der neuen Barbarei, und dann käme letztere zu uns. Die Risiken häufen sich, die erkennbaren Gefahren wachsen, die politische Komplexität scheint nicht mehr unter Kontrolle zu sein. Falls sich aus diesen Konflikten zusätzlich solche mit Großmächten entwickeln sollte, dann war´s das wohl, verehrte Leser. Einen neuen militärischen Weltkonflikt mag ich mir nicht mehr ausmalen.

Aber ich hoffe, denn man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir alle davon verschont bleiben werden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür leider sinkt.