Medienspiegel

Wer wählt die AfD?

Von

„Die AfD sitzt nach Sachsen nun auch in den Länderparlamenten Brandenburg und Thüringen.

Wer hat die Partei gewählt?

Eine Überraschung: Der größte Zulauf kam von ehemaligen Wählern der Linken.“   – 

Zum Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/politik/erfolg-der-alternative-fuer-deutschland-wer-waehlt-die-afd/10705400.html

Kommentar GB:

Könnte es nicht sein, dass viele männliche Wähler die beiden Parteiprogramme  zur Kenntnis genommen, sie im Hinblick auf ihre Interessen verglichen und dann daraus ihre Schlüsse gezogen haben? Das wäre ein rationales Verhalten, das die Ergebnisse überdies recht gut erklären würde. Die LINKE sollte unter diesem Gesichtspunkt noch einmal ihre eigene Programmatik lesen. Wer weiß, vielleicht merkt sie dabei etwas.

Hier unter dem Titel: Nur Bauernfänger-Methoden? Was hinter dem AfD – Erfolg steckt  –  eine Analyse vom Focus:

http://www.focus.de/politik/deutschland/waehler-von-rechts-und-links-was-die-afd-und-thilo-sarrazin-verbindet_id_4135050.html

aus der ich hier nur die Schlußpassage aufgreife. Sie lautet:

„Daneben propagiert die AfD ein traditionelles Familienbild und setzt auf das Thema Heimat und Traditionspflege – damit spricht sie nicht nur Wertkonservative an,

der die CDU von Angela Merkel beliebig geworden ist. Damit vermittelt sie generell in einer sich schnell wandelnden Welt ein Gefühl der Beständigkeit.“

Man fragt sich als Leser nun doch, was denn der Focus mit einem nicht-traditionellen Familienbild meint, das sich vom traditionellen Familienbild angeblich positiv abheben soll. Das schreiben sie vorsichtshalber nicht, aber das würde ich doch gern mal lesen.

Und was hat das mit Heimat und Traditionspflege zu tun? Gar nichts. Was ist an einer Familie wertkonservativ? Gar nichts.

Und der letzte Satz über die Beständigkeit ist reinstes Gefasel.

Was aber – nicht nur hier – sorgfältig ausgespart bleibt, das ist die Kritik an Gender Mainstreaming und der Gleichstellungspolitik.

Denn  d a s  ist das heiße Eisen, das sie nicht anfassen wollen.

Lieber faseln sie etwas von Heimat und so weiter…

Und hier der Artikel in der SZ:

http://www.sueddeutsche.de/politik/die-linken-und-die-afd-wie-passen-ganz-links-und-ganz-rechts-zusammen-1.2129985

Zu fragen ist, aus welchem vernünftigen Grund ein Mann, ganz gleich welcher Partei er bisher zugeneigte, eine der Parteien wählen sollte, die nachweisbar und deutlich erkennbar eine feministische Politik zu seinen Lasten betreiben?

Eben, einen solchen Grund gibt es nicht.

Das ist die Lektion, vor der Frau Kipping im SZ-Artikel ausweicht, und genau das wäre es, was LINKE, Grüne und SPD und CDU gleichermaßen zu lernen hätten.

Die Forschungsgruppe Wahlen analysiert die Wahl wie folgt:

http://www.freiewelt.net/nachricht/analyse-widerlegt-vorurteile-ueber-afd-10042128/