Medienspiegel

Japanische Regierung hat ein Frauenproblem

Von Sonja Blaschke, Tokio  –  Auszüge:

„Zwei von fünf Ministerinnen müssen von ihren Posten zurücktreten. Darunter auch Wirtschaftsministerin Yuko Obuchi, einst ein Star des Kabinetts. Ein schwerer Schlag für Premierminister Shinzo Abe.“  (…)

„Besonders im Falle der Wirtschaftsministerin ist das ein schwerer Schlag für das Kabinett von Abe, der sich immer für Frauen auf Ministerposten stark gemacht hatte. Obuchi galt als prominentes Aushängeschild von Abes „Womenomics“. Sie ist die Tochter des früheren Premierministers Keizo Obuchi und galt als aufsteigender Star innerhalb der regierenden liberaldemokratischen Partei. Sie wurde schon als die künftige erste japanische Regierungschefin gehandelt. Bereits als 26-Jährige war sie ihrem Vater in die Politik nachgefolgt. Mit 34 Jahren wurde sie in das Kabinett des damaligen Premier- und jetzigen Finanzministers Taro Aso berufen. Ihre Zuständigkeit: die sinkende Geburtenrate aufzuhalten. Mit 40 Jahren machte Abe die zweifache Mutter zur ersten Wirtschaftsministerin Japans.“

„Premierminister Abe sagte in einer fünfminütigen Ankündigung vor der Presse am frühen Nachmittag, dass er den Rücktritt der Ministerinnen mit Bedauern akzeptiert habe. Er entschuldigte sich mit einer kurzen Verbeugung und sagte, er trage die Verantwortung für die Ernennung der Ministerinnen. Noch im Laufe des Tages wolle er „passende“ Nachfolger finden – ob Mann oder Frau, sagte er nicht. Abe begegnete damit wiederholter Kritik an der Wahl seiner Ministerinnen. Die Opposition hatte ihm vorgeworfen, sie aufgrund ihres Geschlechts, nicht aufgrund ihrer Befähigung berufen zu haben.“   –   Zum Artikel:

http://www.welt.de/politik/ausland/article133473027/Japanische-Regierung-hat-ein-Frauenproblem.html

und von Nina Belz, Tokio   – Auszug:

Abes gefallene Quotenfrauen

„Die beiden Rücktritte bringen Abe nun zwar in eine unangenehme Position. Insbesondere die Suche nach einer Person, welche den unpopulären Wiedereinstieg in die Atomkraft möglichst geräuschlos über die Bühne bringen kann, ist eine heikle Angelegenheit. Und schliesslich verliert auch seine als «Womenomics» gepriesene Frauenförderung an Glaubwürdigkeit, sollte er die Posten mit Männern besetzen. Die Zahl der geeigneten Kandidatinnen in der Regierungspartei ist allerdings begrenzt.“

http://www.nzz.ch/international/abes-gefallene-quotenfrauen-1.18407474

sowie

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/japan-abes-womenomics-in-der-krise-13219799.html