Medienspiegel

Rechtsextreme Frauen: Verharmlost und verkannt

Von Stella Hindemith  –  Auszug:

„Rechtsextreme Frauen passen nicht ins Bild

Auch nachdem das Trio als NSU bekannt wurde, spielten viele Medien die Rolle von Beate Zschäpe herunter: Immer wieder wurde vermutet, sie habe nichts über die vom NSU verübten Morde gewusst bzw. sei nur teilweise über sie informiert gewesen. Spekulationen darüber, ob sie nur wegen Liebesinteressen Teil des NSU gewesen sei, prägten die Berichterstattung. Der Rechtsextremismusexperte Ulrich Overdieck weist zu Recht darauf hin, dass andere, weitaus wichtigere Fragen hingegen noch immer unbeantwortet sind: Wie hat Zschäpe vom Tod Mundlos’ und Böhnhardts erfahren? Was hat sie während ihrer Flucht unternommen, von wem wurde sie dabei unterstützt? Gibt es eventuell doch weitere Mittäter, die noch immer unbekannt sind – und ist die Annahme des OLG München tatsächlich zutreffend, dass der NSU mit dem Tod der beiden Männer und der Festnahme Zschäpes nicht mehr existiere? Overdieck fragt in diesem Zusammenhang, ob diese „Aufklärungslücke bei einem rechtsextremen Mann nicht eine ernstere Besorgnis sowohl innerhalb der Sicherheitsorgane als auch in den Medien auslösen würde“.[3]

Der Umgang mit Beate Zschäpe ist kein Zufall, sondern Anzeichen einer weitverbreiteten Wahrnehmung, in der Frauen allgemein als harmlos und unpolitisch gelten. Eine solche gravierende Fehleinschätzung in Bezug auf den NSU beging auch die Nürnberger Polizei im Jahr 2007. Als die Ermittlungsbehörden kurzzeitig auch der Möglichkeit eines rassistischen Hintergrunds der Mordserie nachgingen, fiel eine wichtige Unterstützerin des Terrornetzwerks durchs Fahndungsraster: Die Polizei strich kategorisch Frauen von einer Liste, die sämtliche dem bayrischen Verfassungsschutz bekannte Rechtsextreme aufführte. Darunter befand sich auch Mandy S., die dem Trio unter anderem in Chemnitz Wohnungen besorgt hatte – sie blieb unentdeckt. Bis heute ist keine der Frauen angeklagt, die Unterstützerinnen des NSU waren und Ausweise, Bahncards und Krankenkassenkarten für Zschäpe besorgten. Eine soll sogar manchmal ihr Kind zur Verfügung gestellt haben, damit Zschäpe und einer ihrer Komplizen als Familie auftreten konnten.“   –

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2014/oktober/rechtsextreme-frauen-verharmlost-und-verkannt

Kommentar GB:

Es ist erstaunlich, und der Fall zeigt es, wie wirksam die ideologische Gehirnwäsche durch den Feminismus ist, durch die Männer pauschal negativ, Frauen aber ebenso pauschal positiv konnotiert werden.Täter i n n e n  kann es aus dieser ideologischen Perspektive im Grunde gar nicht geben, nur T ä t e r, andernfalls muß der Sachverhalt entsprechend umgedeutet werden. Selbst der faktenorientierte und nüchterne Blick der polizeilichen Ermittler ist dadurch systematisch verzerrt worden. Ob sich das bei dem noch ausstehenden Urteil auch beobachten lassen wird?

Bei den RAF-Prozessen früherer Jahrzehnte allerdings ist mir eine solche Verzerrung zugunsten der nicht wenigen beteiligten Frauen nicht aufgefallen. Möglicherweise zeigt das an, dass der Feminismus seinerzeit noch längst nicht die starke ideologische Wirkung erzielen konnte, die er offenbar erst etwa seit Mitte der 90er Jahre erreicht hat, nämlich, nach der Weltfrauenkonferen von 1995 in Beijing, seit seiner Etablierung als Staatsfeminismus und damit als Staatsideologie mit einer entsprechend hohen  Repräsentanz in den Mainstream-Medien (Print, TV und Funk). Welche Funktion hat diese Staatsideologie für die derzeitige Gesellschaft und ihre Herrschaftsverhältnisse?

Die Frage, weshalb die führenden, neoliberal geprägten Staaten (Nordamerika, Europäische Union;  außerdem die United Nations ) sich darauf eingelassen haben, eine derart irrationale, kontrafaktische und offensichtlich unsinnige Ideologie wie den Genderismus top down – also ohne eine demokratische Legitimation – gegen die eigenen Gesellschaften durchzusetzen, das ist m. W. noch ungeklärt.