Medienspiegel

Tod auf der Gorch Fock

Von Ferdinand Knauß  –  Auszug:

„Die Bundeswehr muss keinen Schadenersatz an die Eltern der toten Marinesoldatin Jenny Böken zahlen. Doch die ungeklärten Todesumstände werfen Fragen auf über die Personalpolitik der Truppe.

„Der Tod Bökens bleibt dennoch gemeinsam mit dem Tod der Offiziersbewerberin Sarah Seele auf demselben Schiff zwei Jahre später ein dunkler Fleck und wirft einen Schatten auf die Personalpolitik und inneren Zustände der Bundeswehr. Denn keine Rolle spielte für das Gericht der Gesundheitszustand, militärisch gesprochen die „Tauglichkeit“ Bökens. Doch die ist der Angelpunkt der Affäre.

Sechs Jahre nach dem Tod Bökens wird immer deutlicher, dass die junge Frau niemals auf diesem Schiff hätte dienen dürfen, da sie den gesundheitlichen Anforderungen an eine Laufbahn als Marineoffizier nicht entsprach. Schon bei der Musterung, also bevor Böken überhaupt zum ersten Mal eine Marine-Uniform anzog, war sie für nicht borddiensttauglich befunden worden. Bei einer Untersuchung an der Marineschule Flensburg-Mürwik stellte ein Truppenarzt fest, dass sie nicht als Offizier geeignet ist.

Wie es möglich war, dass beide, Jenny Böken und Sarah Seele, obwohl sie aus medizinischer Sicht eigentlich nicht tauglich waren, dennoch Marine-Offiziersanwärter werden und als solche auch auf der Gorch Fock dienen sollten, ist die eigentlich brisante Frage, die mitten in den inneren Zustand der Bundeswehr zielt.“   –

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