Medienspiegel

Union spielt bei der Frauenquote auf Zeit

Von Miriam Hollstein und Sabine Menkens  –  Auszüge:

„Die Einführung der Quote sollte ein Prestigeprojekt von Manuela Schwesig (SPD) sein.

Doch die Union verzögert sie mit allen Mitteln.

Jetzt muss der Koalitionsausschuss die Wogen glätten.“  

„Inzwischen kursiert bereits der fünfte Referentenentwurf für das Gesetz. Im Vergleich zu früheren ist er deutlich abgeschwächt. So soll nicht mehr jedes Unternehmen verpflichtet werden, mindestens einen zusätzlichen Vertreter des bisher unterrepräsentierten Geschlechts in den Vorstand aufzunehmen. Auch der ursprüngliche Plan, die Zahl der Gleichstellungsbeauftragten deutlich zu erhöhen, wurde wieder fallen gelassen.

Aber selbst die abgemilderte Version stößt bei der Union weiterhin auf Widerstand. Laut „Spiegel“ soll Unionsfraktionschef Volker Kauder bei Kanzleramtsminister Peter Altmaier sein „Veto“ gegen den Gesetzentwurf eingelegt haben. Vor allem die CSU bringt immer neue Einwände vor. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hatte bereits mehrfach angeregt, das Projekt einfach „zu verschieben“. Schließlich sei die Wirtschaft bereits durch andere sozialpolitische Vorhaben der Koalition wie Mindestlohn und Rente mit 63 massiv belastet.“  –


http://www.welt.de/politik/deutschland/article134524943/Union-spielt-bei-der-Frauenquote-auf-Zeit.html

Kommentar GB:

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Dreistigkeit hier neue Subventionen zu Lasten privater Dritter eingefordert werden – und zwar ohne irgendeine tragfähige Begründung.

„Unterrepräsentation“ in von feministischen Frauen besonders begehrten, weil hochdotierten Positionen für ein Argument zu halten ist weiter nichts als ein Denkfehler, der aus Gründen des Interesses beibehalten werden muß. Politikerinnen, die nach ihrem Ausscheiden aus der Politik sonst niemand braucht, dürften an solchen Positionen besonders interessiert sein. Das hat nichts  mit sogenannter „Geschlechtergerechtigkeit“, aber  alles  mit  ebenso unverschämten wie egoistischen Interessen und einem entsprechenden Anspruchsdenken, einer Selbstbedienungsmentalität, zu tun. Die Nähe zur Korruption ist m. E. unübersehbar.