Medienspiegel

Die dubiosen Genderisten: Sabine Hark und Paula Villa haben Statusängste

Von Michael Klein

„Wen wundert es, dass Genderisten wie Sabine Hark und Paula Villa, die es beide auf irgend eine Weise geschafft haben, je einen Lehrstuhl in Berlin und München zu besetzen, die Flucht nach vorne antreten?

Offensichtlich bläst den Genderisten der Wind ins Gesicht und sie sehen sich genötigt, “das dubiose Gender”, wie sie es nennen, zu erklären, wie sie meinen, und die Gender Studies gegen die Attacken aus der “bürgerlichen Presse” zu verteidigen, einen Begriff, den man seit dem Kommunistischen Manifest eigentlich in abnehmender Häufigkeit zu lesen gewohnt ist, und der die Gender Studies, die Hark und Villa für sich reklamieren, bereits zu Anfang eines Textes, der sie als Wissenschaft darstellen will, als Ideologie, als sozialistische Ideologie identifiziert.

Ausgerechnet im bürgerlichen Tagesspiegel haben Harke und Villa ihr “dubioses Gender” verbreitet.“   –   Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2014/12/17/die-dubiosen-genderisten-sabine-hark-und-paula-villa-haben-statusangste/

Kommentar GB:

Wer einen Beleg für die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies sucht, und zwar an der Wurzel ihres Selbstverständnisses, hier ist er – Zitat:

Symposium: Akademischer Feminismus. Produktion und Transfer von Genderwissen

5. und 6. Februar 2015

Wissen ist immer situiert und von vornherein mit Interessen und Anliegen verwoben. Gerade die Frauen- und Geschlechterforschung zeichnet sich von Beginn an dadurch aus, dass sie solche politischen Dimensionen von Forschung nicht negiert. Was aber diese Einsicht für die eigene Forschung bedeutet und worin der eigene politische Anspruch besteht, ist bis heute Gegenstand kontroverser Debatten.

Das Symposium fragt nach akademischer Wissensproduktion im Spannungsverhältnis von Geschlechterforschung und Geschlechterpolitiken. Uns interessieren dabei Produktion und Transfer von Wissen im Zusammenhang mit politischen und strategischen Kooperationsformen sowie ökonomischen Beziehungen.

Das Symposium nimmt das Verhältnis der Geschlechterforschung zu zwei Bereichen in den Blick: Erstens institutionalisierte Gleichstellungsarbeit und zweitens nicht-institutionalisierte feministische und queere Politiken. In diesen Bereichen wird Genderwissen – im Sinne eines wissenschaftlichen Wissens über Geschlecht – nicht nur übersetzt, es wird dort auch angeeignet, verändert und für seine verschiedenen Bestimmungen neu produziert. Das Symposium rückt diese Prozesse der Produktion und des Transfers von Genderwissen ins Zentrum des Interesses.

Diese Prozesse gilt es in den historischen und aktuellen Veränderungen und Umstrukturierungen der Hochschullandschaft sowie im Rahmen politischer und sozioökonomischer Entwicklungen zu kontextualisieren – nicht zuletzt mit dem Ziel, die Chancen und Dilemmata von Genderwissen außerhalb oder an den Rändern der Gender Studies auszuloten.

Referent_innen: Clare Hemmings, Claire Potter, Sabine Hark, Gabriele Dietze, Volker Woltersdorff, Inés Mateos, Katrin Meyer, Yv Nay, Miriam Krell und weitere.

Datum: 5.-6. Februar 2015

Ort: Carl-Schurz-Haus, Eisenbahnstr. 58-62, 79098 Freiburg im Breisgau

Veranstaltende: AG Gender der Universität Freiburg, Zentrum für Anthropologie und Gender Studies Freiburg, Zentrum Gender Studies Basel, Carl-Schurz-Haus Freiburg, Stabstelle Gleichstellung der PH Freiburg, fz – feministisches zentrum freiburg e.V.   –   Hervorhebung: GB

In dem oben hervorgehobenen Satz tritt klar hervor,

dass bezüglich jeglicher Wissenschaft die scharfen und sogar konstitutiven Unterscheidungen zwischen

(1) dem  Entstehungszusammenhang,

(2) dem Begründungszusammenhang und

(3) dem Verwendungszusammenhang verwischt werden,

und genau das ist ein Beleg für Unwissenschaftlichkeit.

Zu (1):

Der Entstehungszusammenhang ist  gesellschaftlicher Natur, und aus ihm entwickeln sich die Forschungsfragen. Nicht alle in der Gesellschaft artikulierten Fragen können Forschungsfragen sein, sondern nur diejenigen, die sich auf ein Nichtwissen der Wissenschaften beziehen, die also wissenschaftlich noch offene, noch unbeantwortete Fragen sind. Selbstverständlich kann es auch Forschungsfragen geben, die z. B. aus der Frauenbewegung stammen. Diese Forschungsfragen können aber völlig problemlos in den einzelnen Wissenschaften nach deren Standards bearbeitet werden. Dazu bedarf es gerade keiner speziellen `Frauen- oder Geschlechterforschung´, also keiner ´Gender Studies´. Es ist m. W. nie hinreichend begründet worden, weshalb eigentlich ´Gender Studies´nötig seien, obwohl alle Wissenschaften für alle Forschungsfragen prinzipiell offen sind und es auch sein müssen. Auffällig und sehr bedenklich ist auch, dass z. B. im Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) die Finanzierung der Frauen- und Geschlechterforschung gesondert (!) und explizit (!) festgeschrieben worden ist, obwohl wissenschaftliche Forschung und Lehre sowieso die Aufgabe der Hochschulen ist. Das läßt tief blicken.

Zu (2):

Wissenschaft als methodische Erkenntnisarbeit findet aber nur innerhalb des vom Entstehungszusammenhang getrennten Begründungszusammenhangs statt, und sie benötigt für ihre Methodik eine diese Methodik konstituierende wissenschaftstheoretische, erkenntniskritische Grundlage. An dieser ist seit Beginn der Neuzeit philosophisch gearbeitet worden. Die lexikalischen Schlagworte sind hier: Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie.

Die Vorgehensweise innerhalb des Begründungszusammenhangs muß vorurteilsfrei – d. h. ohne Vorverständnis – sein, sie muß logisch kohärent sein, und sie muß (in den Erfahrungswissenschaften) eine empirische Evidenz aufweisen können. Von den erkenntnisleitenden Interessen muß innerhalb des Begründungszusammenhangs unbedingt abstrahiert werden, sonst wird dieser vom Entstehungszusammenhang her verzerrt und verfälscht. Genau das aber will feministische ´Forschung´ nicht vermeiden; siehe oben!

Zur Wissenschaft gehört konstitutiv die Kritik, weil alle wissenschaftliche Erkenntnis begrenzt und vorläufig ist. Sie verlangt – objektiv und subjektiv – im Hinblick auf Logik und Empirie nach einer kritischen Prüfung, und nur dann, wenn sie diese übersteht, wenn sie also nicht falsifiziert wird, erlangt sie eine – immer vorläufig bleibende – Anerkennung und Geltung. Ohne Kritik gibt es keinen wissenschaftlichen Fortschritt.

Zum Beispiel: Die Einsteins Relativitätstheorie ist eine Kritik und Verallgemeinerung der Newton´schen Physik. Sie ist empirisch bisher nicht falsifiziert worden. Aber aufgrund bestehender offener Fragen wird sie höchstwahrscheinlich ihrerseits das letzte Wort der Physik nicht sein.

Wissenschaftliche Forschung ist ergebnisoffen. Ob eine Forschungsfrage beantwortet werden kann, und vor allem: wie, das zeigt sich erst im nachhinein. Auch welche Reichweite neue Erkenntnisse in der Grundlagenforschung haben, das zeigt sich in der Regel erst nach und nach, nicht zuletzt durch die anschließende angewandte Forschung, z. B.: die technische Realisierung von Computern und deren Folgen.

Zu (3):

Der gesellschaftliche Verwendungszusammenhang ist wiederum strikt vom Begründungszusammenhang getrennt. Zwar gibt es die sehr wichtige, angewandte Forschung, die auf verwendbare Ergebnisse abzielt, z. B. auf technische Inventionen und daraus erwachsende ökonomische Innovationen, aber dies tut sie immer auf Grundlage der zuvor gewonnenen Einsichten der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. Auf diese kommt es daher in letzter Instanz an. Verkümmert sie, dann trocknet auch die angewandte Forschung aus.  –

Abschließend eine kritische Bemerkung zum Beitrag von Michael Klein:

Die Gender Studies im besonderen und der Feminismus im allgemeinen haben mit `Sozialismus` sehr wenig, mit Lesbianismus aber sehr viel zu tun.

Homosexualität ist weder politisch ´links´, noch ´fortschrittlich´, noch förderungswürdig, und sie ist schon gar nicht neu.

Sie ist einfach das, was sie immer war, was sie heute ist, und was sie weiterhin sein wird, nämlich nicht mehr und weniger als eben: Homosexualität.

Deshalb ist auch der Feminismus insgesamt – entgegen seinem Selbstverständnis – nach objektiven Kriterien weder politisch ´links´ noch ´fortschrittlich´:

aber genau dies ist eine zentrale Lebenslüge der ´linken´ Parteien.  Davon müssen sie sich trennen. Das muß korrigiert werden.

Die sich selbst – sei es zu Recht oder zu Unrecht – als mehr oder weniger ´links´ verstehenden Parteien – die LINKE, die SPD, die GRÜNEN – sollten daraus die Konsequenzen ziehen.