Medienspiegel

Die Frauenquote nach Marquis de Sade

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Auszug:

„(…) dafür kommt jetzt die Frauenquote in Aufsichtsräten, und all die mitteljungen, weissen Akademikerinnen aus zumeist besseren Familien finden das prima und bestellen sich bei Zalando neue Businessschuhe, die sie brauchen werden, wenn oben Frauen wegbefördert werden und darunter neue Chancen entstehen. Es ist ein Lichtstrahl im finsteren Leben der Prekären, sie so gern nach oben kommen würden, und die nun glauben, dass davon ein Signal für alle ausgeht. Dass es beim Mindestlohn grosszügige Ausnahmen gab – vergessen. Dass im gleichen Moment Frauen, die nicht dem Wirtschaftsideal entsprechen, restriktiv behandelt und ausgegrenzt werden – egal. Dass vielen Frauen und ihren Kindern mehr geholfen wäre, wenn man den Stundenlohn bei den Reinigungsberufen nur um einen Euro anheben würde – unwichtig. Die Politik hat ein Zeichen gesetzt. All die Aufsichtsrätinnen werden doch sicher weibliche Referentinnen und PR-Frauen brauchen, und so wird nun also der Kampfgeist der Politik beklatscht, die dieses Anliegen gegen die Wirtschaft durchzusetzen wusste. So gehen Frauenrechte.

Mit üppigen Diäten, Zweitwohnung in Berlin und poweichfallander Anschlussverwendung bei Firmen, die sie als Volksvertreter kennengelernt haben. Wirklich, de Sades Juliette ist ein Klassiker der elitären Genderneutralität, gerade im Umgang mit Schwächeren brandaktuell, und gehört mitsamt einem roten Plüschsessel für vollendeten Lesegenuss unter jeden Weihnachtsbaum.“   –   Zum Artikel:

http://blogs.faz.net/stuetzen/2014/11/29/die-frauenquote-nach-marquis-de-sade-4755/?_ga=1.256366091.1690909748.1418217433