Medienspiegel

Feministisches Burn-out

Von Violetta Simon

„Der Feminismus ist müde, ist derzeit oft zu lesen, seine Aktivistinnen vom Burn-out bedroht – weil es an aktuellen Themen und Visionen mangelt. Es ist aber auch die ewige Debatte um das Image der Bewegung, an der sich ihre Anhänger abarbeiten.“

Fazit:

„Wer weiß, vielleicht täte es dem Feminismus gut, wenn die Debatten um sein Image verstummen würden, damit er das tun kann, was einer Bewegung zusteht: sich bewegen. Damit diese Selbstbespiegelungsdebatte aber verstummen oder zumindest leiser werden kann, müssten jene, die sie führen, schweigen. Damit jene hörbar werden, die etwas Inhaltliches zu seiner Entwicklung beitragen.

Warum nicht der Devise folgen: Wenn man nichts Konstruktives beizutragen hat – einfach mal die Klappe halten. Einen Versuch wäre es wert. Und es wäre eine Wohltat für all die ebenfalls erschöpften Leser oder Zuhörer solcher „Ihr-seid-doch alle“- und „So-wie-du-es-sagst-sind-wir-nicht“-Beiträge.

All die anderen erschöpften Netz-Feministen und -Feministinnen sollten aufhören, über jedes Stöckchen zu springen, das ihnen die „publizistische Feminismusverbesserungs-Industrie“ hinhält.

In der Zwischenzeit dürfen sie das tun, was jeder vernünftige Burn-out-Patient tut: Entspannen. Ausloggen. Abschalten. Sie werden ihre Kräfte noch brauchen.“

Zum Artikel:

http://www.sueddeutsche.de/leben/feministisches-burn-out-aufschrei-bis-zur-erschoepfung-1.2272081

Kommentar GB:

Der Feminismus ist müde, weil er – vermutlich – am Ende ist. Und das ist gut so. Denn theoretisch gesehen handelt es sich um ein ideologisches Kartenhaus, und politisch-praktisch gesehen ist der Feminismus längst zu einem habgierigen Lobbyverein verkommen, der Subventionen abgreift und sich zusätzliche Privilegien zuschanzt, wo und wie immer das möglich ist.

Und die Kritik am real existierenden Feminismus wird noch deutlich verschärft werden, in theoretischer Hinsicht, aber auch in praktisch-politischer Hinsicht. Wir werden dann sehen, was aus dem Staatsfeminismus wird. Nur die derzeitige institutionelle Stärke, die sich aus der großzügigen Selbstbedienung aus den Steuerkassen und aus rechtswidrigen rechtlichen Privilegien ergibt, nur sie läßt derzeit noch den Eindruck entstehen, die Festung sei nicht einnehmbar. Aber wenn die Probe auf´s Exempel gemacht wird, zu gegebener Zeit, dann kann sich schnell etwas anderes zeigen.