Medienspiegel

Wo Lächerlichkeit tötet

Von Lucas Schoppe  –  Auszüge:

„Angesichts des Terrors in Paris und anderswo wirken Debatten über Geschlechter sehr klein und unwichtig. Das sind sie auch, manchmal – und einige Jahresrückblicke des letzten Monats lieferten dafür Beispiele reihenweise.“ (…)
„Langsam, sehr langsam aber öffnen sich die Perspektiven. Und langsam äußern sich auch Männer zu einem Thema, dass lange Zeit exklusives Kernthema der neuen Frauenbewegung war – zum Thema Abtreibung.
„Emmanzer“ schreibt auf seinem Blog, als Antwort auf einen Artikel Graublaus bei Geschlechterallerlei und dort dann auch rebloggt,  über die Abtreibung eines gemeinsamen Kindes durch eine ehemalige Partnerin. Seine eigenen Gefühle der Hilflosigkeit dabei, die Abtreibung dieses Kindes – auf das er sich gefreut hatte – geschehen lassen zu müssen:
„Mich übermannten Gefühle einer völligen Verzweifelung, der bizarren Vorstellung es ihr auszureden und der stillen Hoffnung, dass es dennoch nicht soweit kommen wird, wie prophezeit.“
Die Hoffnung trügt:
„Ich biss damals die Zähne aufeinander und fragte dennoch, warum wir diesen Puls nicht am Leben halten können. Es gab niemals eine Antwort darauf.“
Dass Männer das Thema der Abtreibung nur vorsichtig ansprechen, liegt nicht allein daran, dass es stark tabuisiert ist, als beträten wir damit verbotenes Territorium – es liegt auch an sachlichen Schwierigkeiten. Es wäre nicht vertretbar, wenn beispielweise eine Frau im Interesse männlicher Entscheidungsgewalt über seine Fortpflanzung zu einer Abtreibung gezwungen werden könnte.
Dass aber Männer, die in vielfacher Hinsicht von Abtreibungen betroffen sind, überhaupt nicht mitentscheiden können, ist gleichwohl grausam. Im meinen Augen berührt dieses Thema einen Kern heutiger Geschlechterdebatten.
Der primitive „Mein Bauch gehört mir“-Slogan, der in seiner Konsequenz einen entschiedenen Eigentumsanspruch der Mutter auf das Kind formuliert, hatte nicht nur für das Leben ungeborener, sondern auch auf das geborener Kinder erhebliche Folgen – und Väterrechte sind bekanntlich nicht allein vor der Geburt erheblich eingeschränkt.“  (…)
„Der heutige Feminismus wird vermutlich nicht etwa an der Kritik von Männerrechtlern zu Grunde gehen, sondern am fehlenden Gespür seiner Protagonistinnen für die Grenze zum Lächerlichen und Abstrusen.
Gleich eine Reihe von Frauen distanzierten sich im Dezember offen vom Feminismus: Annett Meiritz im Spiegel (kommentiert bei Alles Evolution), die amerikanische ehemalige Feministin Rachael Lefler  (ebenfalls bei Alles Evolution diskutiert), oder die amerikanische Bloggerin Liz, über die Tom auf seinem Blog berichtete.
Nathan Wold sammelte  „zehn der verrücktesten Ideen, die im Namen des Feminismus vorangetrieben wurden”, von Luce Irigarays Gegnerschaft gegen die Lichtgeschwindigkeit, die schließlich irgendwie gegenüber anderen Geschwindigkeiten privilegiert werde, bis hin zu Valerie Solanas faschistischen Vernichtungsfantasien. “ (…)
Zum Artikel:

sowie
und, sehr wichtig:
und hier eine Sichtweise mit anderen und zusätzlichen Gesihctspunkten: