Medienspiegel

Der neueste, teure Spleen: Bildungsmanager

Von Michael Klein

„30 Millionen Euro setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein, um Bildungsmanager in Kommunen zu finanzieren. Warum? Weil es bislang keine Bildungsmanager gibt. Und wenn es keine Bildungsmanager gibt, dann braucht man natürlich Bildungsmanager.

Wozu, nun, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Beginnen wir mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die eine eigene Leerformel zur Begründung der Notwendigkeit von Bildungsmanagern entwickelt hat:

BMBF“Bildungschancen entstehen dort, wo die Menschen leben und arbeiten. Mit ‘Bildung integriert‘ fördern wir gute und gerechte Bildung”, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, “Denn es hat sich gezeigt: Wenn Bildung in der Kommune Vorrang hat und ganzheitliche Ansätze gelebt werden, gelingt Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger.”

Bildungsmanager sind also für “gute und gerechte Bildung” zuständig und Bildung setzt ganzheitliche Ansätze voraus und alles gibt es als Bildungschance dort, wo die Menschen leben und nirgends sonst, nicht etwa auf dem Mars oder der Venus, woraus man eine Diskriminierung der beiden Planeten konstruieren könnte. Und wer würde je daran zweifeln, dass ein Ministerium, das 300 Millionen Euro einsetzt, um gerechte und gute Professorinnen ganzheitlich auf Lehrstühle zu hieven und dies dadurch erreicht, dass männliche Bewerber gezielt getäuscht und betrogen werden, dass ein solches Ministerium nur die lautersten und besten Absichten verfolgt?“   –  

http://sciencefiles.org/2015/02/26/der-neueste-teure-spleen-bildungsmanager/

Kommentar GB:

Das BMF (Schreiben von Christina Hadulla-Kuhlmann vom 23.2.2015) beruft sich bei der Rechtfertigung von Gender Studies erstens nicht auf Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum, vermutlich weil es keine vorzeigbaren Beispiele gibt, sondern auf eine amerikanische Quelle, nämlich:

http://genderedinnovations.stanford.edu/

Dabei wurde bloß übersehen, dass die dort dargestellte medizinische Forschung mit ´gender´, also dem ´sozialen Geschlecht´, definitionsgemäß gar nichts zu tun hat, sondern ausschließlich mit biologisch-sexuellen Unterschieden zum Beispiel im Bereich der Diagnostik oder der Medikamentenwirksamkeit. Das aber ist traditionelle medizinische Forschung, deren Sinn und deren  Wert und Bedeutung niemand je bestritten hat.

Aber das alles hat mit dem soziologischen Begriff ´gender´ rein gar nichts zu tun. Da hier aber nichts schöngeredet werden kann, weicht das BMF trickreich auf ein Feld aus, bei dem ´gender´ als falsches Etikett verwendet wird, um einen Scheinbeweis für den Nutzen der ´Gender Studies´ in der Hand zu haben.

Aber ´Gender Studies´ befassen sich in keiner Weise mit Naturwissenschaft, im Gegenteil, sie wehren diese ab. Zum Nachweis ihrer vermeintlichen Nützlichkeit wird dann aber gerne wieder die Naturwissenschaft benutzt.

Was gebraucht wird, das sind neutrale Forschungsevaluationen auf der Ebene der Bundesländer. Die stattgefundene niedersächsische Forschungsevaluation Gender Studies hat sich nämlich als völlig wertlos und als Etikettenschwindel herausgestellt; siehe:

http://cuncti.net/streitbar/673-braucht-unsere-gesellschaft-gender-studies

Und das läßt für weitere Evaluationen Schlimmes ahnen. Um so dringlicher sind sie.