Medienspiegel

Doch Lügenpresse? Oder ist die gezielte Manipulation von Medienrezipienten erlaubt?

Von Michael Klein

„Derzeit ist ein Teil der deutschen Journalisten, vor allem öffentlich-rechtliche Journalisten, mit Selbstmitleid beschäftigt, hat man sie doch als Lügenpresse bezeichnet. Solcher “Hetze”, wie es bei der Tagesschau heißt, muss mit moralischer Aufgeregtheit begegnet werden.

Das Ziel ist einfach zu benennen: Den Begriff der Lügenpresse als rechten Begriff brandmarken, und alles zerstören, was den Begriff z.B. zu einer vielleicht pointierten, aber dennoch legitimen Kritik an der Praxis der Berichterstattung vor allem in öffentlich-rechtlichen Medien macht.

Und hier entlarven sich die empörten Journalisten dann von selbst, denn: Ginge es ihnen nicht einfach nur darum, den Begriff der Lügenpresse zu instrumentalisieren, um Kritik an ihrer eigenen Praxis der Berichterstattung im Keim zu ersticken, sie würden sich sicher dafür interessieren, welche Ursache der Benutzung des Begriffs vorausgeht, welche Beobachtungen und Einschätzungen, diejenigen, die den Begriff benutzen, auf Grundlage welcher Medienberichterstattung gemacht und gebildet haben.

ManipulationstechnikenEin derartiges Vorgehen würde man von reifen Vertretern entsprechender Medien erwarten. Statt dieses Vorgehens findet man durch die Bank das infantile Aufstampfen mit dem Fuss, bei dem man sich den roten Kopf des Kleinkindes, das seinen Willen durchsetzen will, dazudenken muss.

Dabei gäbe es genügend Anlass für Vertreter der Medien, Selbstkritik zu üben und sich mit den eigenen Praktiken zu befassen. Wir haben auf ScienceFiles bereits eine Vielzahl entsprechender Beispiele dokumentiert und wollen an dieser Stelle nur zwei herausgreifen:“   –  

http://sciencefiles.org/2015/02/05/doch-lugenpresse-oder-ist-die-gezielte-manipulation-von-medienrezipienten-erlaubt/

Kommentar GB:

Wem der Begriff der „Lügenpresse“ nicht gefällt, aus welchen tatsächlichen oder vorgeschobenen Gründen auch immer, der kann ersatzweise den von Albrecht Müller (Nachdenkseiten) vorgeschlagenen Begriff der „Kampfpresse“ verwenden, der die Sache, um die es geht, durchaus trifft.  Denn dass in den Medien zu oft etwas verbreitet wird, was einer kritischen Überprüfung nicht standhält, das ist nicht nur PEGIDA-Anhängern aufgefallen, sondern u. a. ebenso einem linken Blog wie den Nachdenkseiten, hier insbesondere am Beispiel der Ukraine-Berichterstattung der deutschen Medien, und man könnte das Thema Wirtschaftspolitik hinzufügen. Ob die Presse nun „lügt“ oder nur unwissentlich oder wissentlich die Unwahrheit schreibt, das mag hier offen bleiben. Jedenfalls braucht man sich, beispielsweise, nur die Berichterstattung über Themen wie Gender Pay Gap, Gender Pension Gap, Gläserne Decken und Frauendiskriminierungen anzuschauen, um zu erkennen, dass es sich fast durchgehend um kontrafaktische Presseartikel handelt. So lautet die diplomatische Formulierung. Man kann das allerdings auch undiplomatisch formulieren, wie das die verärgerten und empörten Leute auf der Straße eben so gewohnt sind. Dabei wäre es doch so einfach: statt larmoyanter medialer Jammerei brauchte doch nur die Schwindel- und Manipulationspraxis aufgegeben werden, auf der Stelle, und die Probleme wären damit sofort gelöst.