Medienspiegel

Einsichten in Genderforschung: “Da tun sich Abgründe auf”

Veröffentlicht

Von Michael Klein und Dr. habil. Heike Diefenbach  –  Auszug:

„Karl Raimund Popper hat das Ziel der empirischen Wissenschaft als Finden befriedigender Erklärungen benannt, und zwar für alles, was uns einer Klärung bedürftig zu sein scheint: “Mit dieser (kausalen) Erklärung ist eine Klasse von Sätzen gemeint, von denen einer den Sachverhalt beschreibt, der erklärt werden soll (das explicandum), während die anderen, die erklärenden Aussagen, die ‘Erklärung’ im engeren Sinne des Wortes bilden (das explicans des explicandums)” (Popper. 1973: 229).

Diese Definition hat eine Reihe von Bestandteilen: Zunächst zur Spezifizierung “empirische Wissenschaft”. Dieselbe verweist darauf, dass es in der Wissenschaft, die Popper vor Augen hat, eine Trennung in Wissenschaftler gibt, die theoretische Entwürfe produzieren und solche, die diese theoretischen Entwürfe einer empirischen Prüfung unterziehen. Erst mit der empirischen Prüfung wird ein theoretischer Entwurf, sofern er bestätigt wird, zu einem relevanten theoretischen Entwurf.

Damit ein theoretischer Entwurf geprüft werden kann, muss er etwas über die Realität aussagen: Er muss eine Klasse empirischer Sachverhalt beschreiben, denn eine Einfall-Theorie macht keinen Sinn, da mit der Erklärung des Verhaltens von Frieder B. nichts gewonnen ist. Nur wenn es gelingt, das Verhalten von Frieder B. als Resultat einer allgemeinen Klasse von Verhaltensweisen zu erklären, ist eine befriedigende Erklärung gefunden. Hinzu kommt, dass die Prüfung nachvollziehbar und entlang methodischer Standards, die eine unabhängige Prüfung ermöglichen, vorgenommen werden muss.

Man kann Wissenschaft somit als Prozess beschreiben, der Erkenntnis in Form befriedigender Erklärungen produziert, wobei eine befriedigende Erklärung eine solche ist,  (1) die aus allgemeinen Aussagen, einer Theorie, dem was Popper das explicans nennt, abgeleitet wurde, (2) die an der Empirie geprüft wurde, (3) die sich an der Empirie bestätigt hat, d.h. die nicht widerlegt wurde, wobei für die Prüfung gelten muss, dass sie (4) intersubjektiv nachvollziehbar ist.

Die vier Punkte beschreiben nicht nur eine Anforderungsliste an wissenschaftliche Forschung, sie markieren die Grenze zwischen Wissenschaft und nicht-Wissenschaft, denn: alles, was die vier Bedingungen nicht erfüllt, ist keine Wissenschaft.

lagen-logoDas bringt uns zurück zu den Gender Studies, deren Mitglieder sich nach wie vor weigern, grundlegende Fragen nach ihrer wissenschaftlichen Fundierung zu beantworten. Mit gutem Grund, wie man dem Programm der “LAGEN-Jahrestagung 2015 & LAGEN-Dotorand_innentag Gender Studies; Hannover, 4-5. März 2015” entnehmen kann.“   –  Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2015/02/03/einsichten-in-genderforschung-da-tun-sich-abgrunde-auf/