Medienspiegel

Sprachlose Wissenschaftler

Veröffentlicht

Von Michael Klein

„Die Anomie, die kognitive Dissonanzen auslösen kann, die wiederum wie gerade dargestellt, weg-interpretiert werden müssen, ändert natürlich nichts daran, dass auch Soziologen lesen können, selbst solche, die auf Lehrstühlen sitzen und daran, dass die entsprechenden Soziologen deshalb ganz genau wissen, wonach sie gefragt werden. Die Fragen, die wir und viele unserer Leser z.B. an die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie geschickt haben, sind zwar etwas anspruchsvoller, bewegen sich aber dennoch nur auf einem Niveau, das auch dem durchschnittlichen Lehrstuhlinhaber verständlich sein sollte.

Warum antworten sie also nicht?

coward1Weil sie nicht antworten wollen (siehe die beiden Erklärungen oben) oder nicht antworten können.

Dass sie nicht antworten können, kann seine Ursache darin haben, dass die Fragen zu schwierig sind, dass Fragen nach z.B. den Methoden, die in den Gender Studies Anwendung finden, eine kognitive Wüste vorfinden, da nicht bekannt ist, was Methoden sind und was Methoden mit Gender Studies zu tun haben.

Dass sie nicht antworten können, kann auch einer Form der Feigheit geschuldet sein, die sich vor allem bei Intellektuellen, die so gerne und so viel reden, immer dann einstellt, wenn mit dem Wortschwall eine konkrete Aussage und entsprechend eine Verantwortung verbunden ist.

Dass sie nicht antworten können, kann schließlich darauf zurückzuführen sein, dass sie unpopuläre Dinge aussprechen müssten, wie z.B.: “Ich, Prof. Dr. Lessenich, habe überhaupt kein Problem damit, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie gegenüber weiblichen Bewerbern massiv benachteiligt werden.” Das ist eine konkrete, aber in Teilen der Bevölkerung unpopuläre Aussage, die man nur dann macht, wenn man den Mut dazu hat.“   –   Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2015/02/07/sprachlose-wissenschaftler-i-the-poor-cowards-cycle/