Die Milchmädchenrechnung der Manuela Schwesig

Von Hadmut Danisch

„Schwesig widerspricht sich gerade massiv selbst.

Die Frage ist: Warum? Dummheit oder Demagogie?

Ich sehe gerade ARD, Günther Jauch. Es geht um den Manuela Schwesig Vorhaben, gleiche Gehälter für Männer und Frauen per Gesetz durchzusetzen.

In meinen Augen widerspricht sich Schwesig dabei eklatant selbst. Aber weder Jauch, noch die anderen Teilnehmer scheinen das zu bemerken.

  • Einerseits beklagt Schwesig, dass Frauen als Arbeitnehmer für Arbeitgeber zu unattraktiv sind, weniger leistungsfähig, zeitlich weniger flexibel, Kinder, Haushalt und so weiter. Sie will, dass mehr Frauen eingestellt werden.
  • Schwesig sagt, dass Frauen deshalb weniger Gehalt bekommen, weil sie schlechter verhandeln. Das läge daran, dass sie nicht wissen, was sonst im Betrieb für vergleichbare Arbeit bezahlt wird, weshalb das transparenter sein muss. Das müssten sie wissen, um härter verhandeln zu können. (Logikfehler: Warum sollten Männer besser wissen, was andere verdienen, als Frauen? Wo sollte da der Verhandlungsvorteil für Männer liegen?)

Merkt jemand was?

Einerseits will sie, dass die Arbeitgeber mehr Frauen, einen höheren Frauenanteil einstellen.

Andererseits will sie, dass Frauen mehr Gehalt bekommen, härter verhandeln, mehr fordern, teuerer werden.

Passt ja nicht zusammen. Angebot und Nachfrage. Man kann ja nicht gleichzeitig etwas teurer machen und harte Verhandlungen wollen, gleichzeit erwartet, dass es öfter gekauft wird.

Wie denkt Schwesig sich das?

Denkt da überhaupt noch jemand was?“   (…)  –

Antwort eines Foristen (Auszug):  (Hervorhebungen: GB)

„Wieso immer wieder die gleichen Fragen seit Jahren? Ich habe doch schon mehrmals ausgeführt, daß es nicht um Richtigkeit, Logik oder echte Argumente geht. Es geht um ein Ziel, um Interessen, und die will man durchsetzen. Das heißt heute in unserer medial gelenkten Demokratie, daß man die Mehrheit auf seine Seite bringen bzw. wenigstens passiv zustimmen (nicht protestieren) lassen muss. Und das macht man nicht mit Logik im politischen Geschäft. Nirgends auf der Welt. Zu keiner Zeit. Man macht das mit Gefühl. Wenn ein Problem immer wieder medial durchgekaut wird, wenn geheult und angeklagt und geweint wird, wenn sich “empört” wird usw. reicht das völlig aus. Ein Scheinargument ist völlig ausreichend.“

http://www.danisch.de/blog/2015/03/22/die-milchmadchenrechnung-der-manuela-schwesig/

Kommentar GB:

Das bringt die Sache auf den Punkt. Dennoch ist es m. E. richtig und wichtig und notwendig, auf der Ebene der rationalen Argumentation die strittigen Sachverhalte zu klären. Aber das genügt eben nicht. Es ist zwar notwendig, aber bei weitem nicht hinreichend!

Hinreichend ist es erst dann, wenn es gelingt, die Scheinargumente in voller Breite öffentlichkeitswirksam´platzen´ zu lassen.

Lügen haben zwar kurze Beine, aber solange sie – zum Beispiel von oben – medial so dargestellt werden, dass das breite Publikum die ´kurzen Beine´ gar nicht sehen kann, oder wenn das Publikum aus Desinteresse überhaupt nicht hinschaut, solange werden sie geglaubt oder hingenommen. Das ist das Problem.