Frauentag Italiens Parlamentspräsidentin will nicht mehr „il Presidente“ sein

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„Deutschland hat sich kurz vor dem Frauentag die Quote verordnet, aber auch in Italien riecht dieser 8. März weniger nach jenen gelben Mimosen, die Mann dann gern den Damen überreicht, sondern ein bisschen nach Revolution. In dieser Woche nämlich hat Parlamentspräsidentin Laura Boldrini die Verwaltung des Abgeordnetenhauses angewiesen, in offiziellen Schriftstücken nicht nur von Männern zu reden, sondern Frauen – die Ministerin, die Staatssekretärin – zu benennen, wenn die Gemeinten Frauen sind. Die Abgeordneten bat Boldrini in einem Brief zugleich, dies auch in ihren Reden zu beachten.

Die Macht ist männlich

Vom hierzulande neuerdings diskutierten generischen Femininum – also kurz von „Kolleginnen“ zu sprechen, wenn auch der ein oder andere Kollege unter den Angesprochenen ist – ist Italien, man sieht’s, also noch meilenweit entfernt. Doch auch dieser bescheidene Reformvorschlag katapultierte die Präsidentin praktisch in Minutenschnelle in einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken und brachte ihr den Hohn der Abgeordneten-, jawohl, Kolleginnen ein: Sie habe wohl nichts Besseres zu tun oder: Formalitäten, wo denn die Substanz bleibe? In einem Land, wo die erste Frau an der Spitze der größten Gewerkschaft darauf besteht, „Vorsitzender“, „Segretario“, zu heißen und wo nicht einmal Berlusconis Frauenministerin etwas dagegen hatte, als „der Minister für Gleichberechtigung“ angesprochen zu werden, werden schon kleine Kratzer am wahren Geschlecht der Macht hart geahndet.“    –  

http://www.tagesspiegel.de/politik/frauentag-italiens-parlamentspraesidentin-will-nicht-mehr-il-presidente-sein/11471994.html

Kommentar GB:

Das führt manchmal zu Kuriositäten folgenden Typs (anonymisiert und variiert auf Basis eines realen Falles aus Österreich):

>>  Frau Christine Musterfrau, Professor´in, Doktor´in, Diplom-Genderist´in  <<

Mir war seinerzeit schon beim Vornamen Christine klar, dass es sich hier um einen weiblichen Menschen handeln dürfte. Das werden sicherlich alle Leser hier ebenso sehen. Aber das wird hier nicht nur einmal oder zweimal ( Frau, Christine) sondern insgesamt gleich sechsmal versichert.

Ich frage mich nun, weshalb dieser weibliche Mensch hier schriftlich, öffentlich und nachdrücklich gleich mehrfach auf die Existenz seiner weiblichen Geschlechtsorgane hinweist. Warum nur? Arbeitet denn dieser weibliche Mensch nicht ebenso mit dem HIRN wie die männlichen Menschen an dieser Universität? Haben wir es hier mit einer Art von Neurose zu tun? Vielleicht mit einer kollektiven narzisstischen Genderistinnen-Neurose? Was meinen Sie?

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