Medienspiegel

Kuddel-Muddel-Forschung

Von Michael Klein und Dr. habil. Heike Diefenbach

„Viel ist wenig und alles kein Grund zur Sorge“

„Gleich vorweg: “Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der deutschen Aus- und Rückwanderer” (4).

Das hilft.

UNi duiDie Ergebnisse, das sind die Ergebnisse der Studie “International Mobil. Motive, Rahmenbedingungen und Folgen der Aus- und Rückwanderung deutscher Staatsbürger”. Durchgeführt wurde die Studie an der Universität Duisburg-Essen, sie wissen schon, das ist die Universität, die von sich sagt, sie sei offen im Denken, was auch immer das bedeuten mag – vielleicht für jeden Unsinn offen oder für stringentes Denken geschlossen … wie auch immer.

Bezahlt wurde die Studie vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Wer was finanziert, das ist heutzutage eine wichtige Information, die man nutzen kann, um einen Teil der Widersprüche, die sich in manchen Studien und gehäuft in Studien, die von Bundesministerien oder Bundesinstituten finanziert werden, finden, aufzuklären – Widersprüche wie der folgende:

“Bei der Bevölkerung mit deutscher Staatsangehörigkeit hingegen ist der Migrationssaldo seit Jahren im Minus: Zwischen 2009 und 2013 wurden rund 710.000 Fortzüge registriert; dem standen nur etwa 580.000 Zuzüge gegenüber. Dies bedeutet einen moderaten Abfluss von 25.000 Personen pro Jahr. (Ob die jährliche Entleerung einer Kleinstadt wie dem pfälzischen Bad Dürkheim einen moderaten Abfluss bedeutet, ist ebenso eine offene Frage, wie die, was die Wertung “moderat” an dieser Stelle soll…)” (4).

Aber:

“Die Analyse des Datensatzes der Studie international Mobil ergibt keine Anzeichen für einen dauerhaften Abfluss hochqualifizierter Personen aus Deutschland ins Ausland” (26).

Was jetzt?

Verliert Deutschland nun jedes Jahr 25.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, von denen mehr als 70%, wie die Analysen auf Grundlage des Datensatzes der Studie International Mobil zeigen, über einen akademischen Abschluss verfügen, oder nicht? Oder ist es etwa so, dass die Autoren der Studie herausgefunden haben, dass alle Akademiker reumütig zurückkehren, während alle Nichtakademiker im Ausland verbleiben – oder, was geht hier überhaupt vor?

(Hervorhebung: GB)    –    Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2015/03/10/kuddel-muddel-forschung-viel-ist-wenig-und-alles-kein-grund-zur-sorge/
Kommentar GB:
Wäre ich jetzt nicht Pensionär, sondern ein talentierter junger Mann mit guten akademischen Abschlüssen, würde ich dann nicht unter anderem wegen der hiesigen systematischen Benachteiligung von Männern danach suchen, etwas Besseres woanders zu finden? Nämlich dort, wo man Qualifikation und Leistung und Individualität zu schätzen weiß?
Aber sicher: genau das würde ich tun. Denn es wäre rational und weitsichtig. Und das, so vermute ich, tun aus diesem Grunde heute tatsächlich viele junge Männer, die hellsten eben, denen die Chancen, die Ihnen hier geboten werden sollten, im Namen der verlogenen „Geschlechtergerechtigkeit“ vorenthalten werden.
So bereitet man in Deutschland heute den Weg von der intellektuellen Zweitklassigkeit, die durch die Vertreibung der intellektuellen Elite der Weimarer Zeit erreicht wurde, in die Liga der intellektuellen Drittklassigkeit vor. In dieser Liga herrscht nämlich „Geschlechtergerechtigkeit“!