Wie Päderasten Einfluss nehmen

Von Thorsten Denkler, Berlin

„Mit einem kommt Christan Füller nicht klar. Wenn man ihn einen Mann der „steilen Thesen“ nennt, der es gern auch mal ein bisschen übertreibt. Dann wird er wild. Füller zieht die Augenbrauen hoch, das Mikro in der Hand. Übertreibung? Steile Thesen? „Es ist doch keine steile These, wenn ich beschreibe, das Hans Blüher schon 1912 in seinem Buch ‚Der Wandervogel als erotisches Phänomen‘ den Missbrauch von Knaben als tolle Idee hinstellt!“

Das Café „Knorke“ im Ost-Berliner Bötzow-Viertel, Sessel und Tische aus den 60ern. Wandtapete mit Blumendekor. Wäre das nicht gerade schick in Berlin, dann könnte das auch der Muff der Nachkriegszeit sein. Gar kein schlechter Ort vielleicht für diesen Anlass. Füller stellt an diesem Abend sein neues Buch vor: „Die Revolution missbraucht ihre Kinder.“

Es geht um die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Protestbewegungen, vor allem der der 68er. Das Buch ist auch eine Abrechnung. Mit der Blindheit jener, die in diesen Protestbewegungen aktiv waren und die Päderasten nicht hinderten. So wie die Grünen. Die wollen – in seinen Augen – bis heute nicht so genau hinschauen.

Das Thema hat ihn seinen Job gekostet. Im Wahlkampf 2013 schrieb der Journalist für seinen Arbeitgeber, die taz, einen Text, in dem er die Grünen als zentrale Plattform der bundesdeutschen Päderasten-Bewegung geißelte. Chefredakteurin Ines Pohl verhindert die Veröffentlichung, ein für taz-Verhältnisse bemerkenswerter Vorgang. Füller veröffentlichte den Text schließlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das war der Bruch mit der taz. Füller dürfte er darin bestärkt haben, an diesem schwierigen Thema dranzubleiben.“

http://www.sueddeutsche.de/politik/ideologie-und-kindesmissbrauch-wie-paederasten-einfluss-nehmen-1.2393535

http://www.amazon.de/Revolution-missbraucht-ihre-Kinder-Protestbewegungen/dp/3446247262