Familienpolitik: „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Kinder“

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„Sachsen-Anhalts Ministerpräsident erhält parteiübergreifend Zustimmung für seine Fundamentalkritik an der Familienpolitik.

Die CDU spricht von einem „wichtigen Impuls“ für das nächste Wahlprogramm.“  

„Es war ein Paukenschlag, mit dem der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident sich in der „Welt“ zu Wort gemeldet hatte. Für nichts Geringeres als einen radikalen Kurswechsel in der Familienpolitik hatte Reiner Haseloff (CDU) sich ausgesprochen: „Die Politik muss endlich anerkennen, dass das Thema Familie das existenzielle Problem unserer Nation ist. Dass mehr Kinder geboren werden, muss das prioritäre Ziel unserer Politik werden. Es geht um das Überleben unserer Gesellschaft in der Form, wie wir sie kennen.“

So deutlich hat sich bisher kaum ein Politiker aus dem Fenster gelehnt – steht eine aktiv betriebene Bevölkerungspolitik seit dem Mutterkult im Nationalsozialismus und den „abzukindernden“ Staatskrediten für junge Familien in der DDR in Verruf. Mit Instrumenten wie dem Elterngeld, das vor allem für gut verdienende junge Eltern durchaus ein finanzieller Anreiz ist, geht die Politik zwar seit einigen Jahren wieder den Weg, Geburten auch explizit zu fördern. So vehement wie Haseloff hat das aber bisher kaum ein Familienpolitiker formuliert.“

Zum Artikel:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article139839314/Wir-brauchen-eine-Willkommenskultur-fuer-Kinder.html

und ergänzend

http://www.welt.de/politik/deutschland/article139780459/Familie-ist-das-existenzielle-Problem-unserer-Nation.html

Kommentar GB:

In Deutschland und Westeuropa besteht eine statistische Geburtenziffer je Frau von unter 1,5. Für eine annähernde Bevölkerungskonstanz müßte diese Ziffer um 2,1, besser etwas über 2,1 liegen. Bevölkerungspolitik wird übrigens i m m e r betrieben, sei es aktiv, sei es passiv. Eine derart niedrige Geburtenziffer wie jetzt einfach hinzunehmen bedeutet, sich ohne öffentliche Aussprache mit der Bevölkerungsschrumpfung und ihren Folgen abzufinden. Der obige Schlenker bezüglich der NS-Zeit und der DDR ist ausgesprochen dämlich, denn es ist leicht erkennbar, dass mit solchen Unsinn nur eines erreicht werden soll (bzw. sollte), nämlich eine rationale Diskussion der Ziele zu blockieren.

Man kann bevölkerungspolitisch alterativ jeweils eines von drei Zielen verfolgen: 1/Bevölkerungswachstum, 2/ – konstanz oder 3/ -schrumpfung. Dazu mag es unterschiedliche Positionen geben, die begründet werden sollten. Aber wie auch immer: zumindest müßte öffentlich darüber diskutiert werden, was denn warum angestrebt wird, statt über dem sogenannten Bundesfamilienministerium die Regenbogenflagge zu hissen (Schwesig/SPD).

Der  SPD kann nur empfohlen werden, die AsF schleunigst zu entmachten und am besten aufzulösen. Aber: kann sie das überhaupt noch?