“Gegen Diversity”

Gastartikel by Christian – Alles Evolution

Es handelt sich um eine Übersetzung dieses Artikels von Walter Benn Michaels  durch Leszek Die Veröffentlichung bedeutet nicht, dass ich den dortigen Theorien zustimme. 

Aus: New Left Review 52, Juli-August 2008

„Niederlagen und Siege in Bezug auf „Race“ und „Gender“ waren die dominierenden Diskussionsthemen zur US-Präsidentschaftswahl im Jahre 2008. Walter Benn Michaels vertritt die Auffassung, dass die von Obama und Clinton geführten Kampagnen Siege für den Neoliberalismus waren, kein Sieg über ihn – und nur dazu dienen, Ungleichheit zu verschleiern.“  (…)

„Dies ist auch der Grund, warum die tatsächlichen (wenn auch nur partiellen) Siege über Rassismus und Sexismus, wie sie die Clinton- und Obama-Kampagnen repräsentieren, keine Siege über den Neoliberalismus sind, sondern Siege für den Neoliberalismus: Siege für ein Bemühen um Gerechtigkeit, welches kein Problem mit Ungleichheit hat, solange die Nutznießer dieser Ungleichheit hinsichtlich Rasse und Geschlecht genauso diversifiziert sind wie deren Opfer. Dies ist die Bedeutung von Redewendungen wie der „gläsernen Decke“ und von jeder Statistik, die zeigt, dass Frauen weniger als Männer oder Afroamerikaner weniger als Weiße verdienen. Es ist nicht so, dass diese Statistiken falsch wären; diese Aspekte aber zu den zentralen Mißständen zu erklären, auf die bevorzugt zu fokussieren sei, hat zur Folge, das man denkt, dass wenn nur mehr Frauen die gläserne Decke durchbrechen könnten und so viel Geld verdienen würden wie reiche Männer oder Schwarze genau so viel verdienen würden wie Weiße, Amerika sich einer gerechten Gesellschaft annähern würde.“ (…)

Walter Benn Michaels

https://allesevolution.wordpress.com/2015/04/18/11989/

Kommentar GB:

Ein m. E. sehr lesenswerter und diskussionswürdiger Artikel!

Aber solche Statistiken sind auch in Deutschland angefertigt – und widerlegt worden.

Es gibt keine gläsernen Decken, es gibt kein Gender Pay Gap. Das alles ist weiter nichts als Propaganda.

http://sciencefiles.org/category/genderismus/

=> nach Gender Pay gap und Gläseren Decke suchen.

Siehe auch :

http://www.forum-inklusion.eu/equal-pay.html

„Ob Debatten über „Race“ und „Gender“ in der amerikanischen Politik Eigenlob bezüglich der gemachten Fortschritte in den USA beinhalten oder Selbstgeißelung bezüglich des noch weiten Weges, oder ob darüber gestritten wird, ob Rassismus oder Sexismus schlimmer ist, der entscheidende Punkt ist, dass die Debatte selbst im Wesentlichen bedeutungslos ist. Natürlich ist Diskriminierung falsch; niemand in der amerikanischen Mainstream-Politik wird sie verteidigen, und auch kein Neoliberaler, der versteht, welche Folgerungen aus dem Neoliberalismus zu ziehen sind, wird dies tun. Aber es ist nicht Diskriminierung, die die fast beispiellosen Grade von Ungleichheit hervorruft, der Amerikaner heute gegenüberstehen, es ist der Kapitalismus.

So ausgedrückt ist es offensichtlich, dass die Charakterisierung der Race-Gender-Debatte als bedeutungslos einer Erläuterung bedarf. Denn die Antwort auf die Frage „Warum sprechen amerikanische Liberale weiterhin über Rassismus und Sexismus, wenn sie vom Kapitalismus sprechen sollten?“ ist ziemlich offensichtlich: sie reden weiter über Rassismus und Sexismus, um zu vermeiden über den Kapitalismus reden zu müssen.“  (Hervorhebung: GB)

Kommentar GB:

Das bringt die Sache auf den Punkt!

Das ist der affirmative Kern des besonders von deutschen Pseudolinken verschiedener Parteien betriebenen Diskriminierungs-Diskurses. Sie übernehmen darin – mit einem Minimum an Reflexion – alles, was aus den USA kommt, ob es nun halbwegs paßt oder auch nicht. Sie sind die ´nützlichen Idiotinnen´, die im Kapitalismus willkommen sind, weil sie von den sozioökonomischen Kernproblemen ablenken.Daher (u. a.)  das unverhältnismäßig große Medienecho noch für die albernsten und nichtigsten Themen dieser Art.

Die ´Feministische Dichotomie´ als Ausdruck der dämlichen Emanzipation des Nebenwiderspruchs ersetzt ebenso illusionär wie falsch den Grundwiderspruch von Arbeit & Kapital in der ´Kritik der politischen Ökonomie´.

Und dieser Unsinn wird dann als ´linke Politik´deklariert und für wahr gehalten, und zwar von Leuten, die es besser wissen sollten.

http://cuncti.net/geschlechterdebatte/277-feministische-dichotomie-maenner-versus-frauen

https://www.freitag.de/autoren/guenterbuchholz/von-der-frauenemanzipation-zur-frauenprivilegierung