Gespräch zu Patchwork-Familien

Die Hälfte aller Patchwork-Familien bricht wieder auseinander. Warum?

Und wie kann man es besser machen?

Claudia Starke und Thomas Hess haben ein Buch darüber geschrieben. Ein Gespräch.

20.04.2015, von Fridtjof Küchemann

Hervorhebung: GB   –   Zum Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/patchwork-familientherapeuten-starke-und-hess-im-interview-13529024.html

Kommentar GB:

Wenn eine gescheiterte Ehe / Familie repariert wird, dann wird daraus kein neues Schiff. Es bleibt ein Wrack.

Die Familienpolitik sollte sich deshalb vor allem darum sorgen, dass es möglichst vielen Familien möglichst gut geht, und dass sie möglichst nicht scheitern.

Dazu müßten aber aber auch die Gründe für Scheidungen untersucht werden. Und die Gründe dafür, weshalb junge Männer es zunehmend vorziehen, nicht zu heiraten oder sich gar nicht mehr fest zu zu binden sowie auf eigene Kinder zu verzichten. Das kann soweit gehen, sich sterilisieren zu lassen, um nicht in eine aufgestellte Schwangerschaftsfalle zu tappen. Diese kann tatsächlich nur so sicher vermieden werden.

Das hat alles etwas mit der Gestaltung des Ehe- und Familienrechts zu tun, das längst aus der Balance geraten ist. Gerade weil es für Frauen relativ risikoarm ist, sich zu trennen, tun sie es sehr häufig, während Männer die sich daraus ergebende Erfahrung machen müssen, die „Arschkarte“ gezogen zu haben, wenn ich diesen umgangssprachlichen aber treffenden Ausdruck hier einmal verwenden darf. Hätte ich einen Sohn, ich würde ihn aufgrund der heutigen Rechtslage vor einer Heirat dringend warnen, und wenn, dann nur mit Ehevertrag, und nach sorgfätiger Prüfung sowieso – aber das weiß ja jeder.

Und dieses Risiko wird von den jungen Männern begriffen und in ein dazu passendes Vermeidungsverhalten umgesetzt. Das ist völlig rational: denn dem Verzicht auf Ehe und Familie – nicht aber auf lockere Beziehungen – steht die persönliche Freiheit und Unabhängigkeit auf Dauer gegenüber. Das ist nicht wenig, wie alle Pantoffelhelden sehr wohl wissen. Gegenüber der Rolle des entsorgten Zahlvaters oder Kuckucksvaters oder des Pantoffelhelden ist das gewiß keine schlechte Position. Eine stabile eheliche Beziehung mit Familie würde zwar vermutlich meist vorgezogen werden. Aber diese Option steht ja gar nicht mehr zur Verfügung. 

Das müßte ehe – und familienpolitisch erst einmal begriffen werden, aber darauf müssen wir wohl noch eine Weile warten bei Frau Schwesig ihren AsF – Genossinnen. Von den Frauen generell ist an dieser Konfliktlinie überhaupt nichts zu erwarten, auch wenn die männliche Beziehungsabstinenz natürlich auf die Frauen dieser Alterskohorte zurückwirkt. Auch sie bleiben allein. Sie werden nicht geheiratet. Sie bekommen keine Kinder. Es sei denn sie greifen auf die Reproduktionsmedizin zurück, die gerade von Männer nicht unterstützt werden sollte: keinesfalls.  –

https://frankfurter-erklaerung.de/2015/04/aerger-unter-dem-regenbogen-lesbenpaar-klagt-top-samenspender-ist-in-wahrheit-verbrecher/