Medienspiegel

Hate Speech: Die Gedanken sind nicht mehr frei

Von Michael Klein

„Der Berliner Tagesspiegel agiert heute als Marketingpartner für die Amadeu Antonio Stiftung und bewirbt deren Broschüre: “Geh[‘] sterben!“.

Nein, die Broschüre hat nichts mit Sterbehilfe oder der Aufforderung zum Suizid zu tun. Es geht um Hate Speech, d.h. um den “Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet”. Das zeigt bereits, die Amadeu Antonio Stiftung ist eine jener Stiftungen, die angetreten sind, um die deutsche Menschheit zu einer besseren deutschen Menschheit zu bekehren, zu einer gesitteten und verbal anständigen deutschen Menschheit, deren Kommunikationskultur das nicht enthält, was man bei der Amadeu Antonio Stiftung für Hate Speech hält.“ (…)

Fazit:

„Wie auch immer, wir haben uns gefragt, wozu die akribische Identifikation von Hate Speech und die Subsumierung von nahezu allem, was manchen denkbar erscheint, unter Hate Speech sinnvoll ist.

Unsere Antwort: So würgt man gesellschaftliche Diskurse ab, bestreitet bestimmten gesellschaftlichen Gruppen das Recht, ihre Meinung zu äußern, radikalisiert den Widerstand, drängt ihn in den Untergrund und macht sich selbst zum Herrscher über den Diskurs, in dem natürlich nur noch zugelassen ist, was von den Hate Speech Experten und professionellen fremd-Empfindern freigegeben ist.“

Zum Artikel:

http://sciencefiles.org/2015/04/28/hate-speech-die-gedanken-sind-nicht-mehr-frei/

Kommentar GB:

Das obige Fazit bringt den Sinn dieser widerwärtigen Anstrengungen, die darauf zielen, Menschen mit anderen Auffassungen, Sichtweisen und Meinungen mundtot zu machen, und sie in diesem Sinne sozial zu töten, auf den Punkt. So ist es, und genau darum geht es. Das hat aufs engste etwas mit dem Diskursbegriff zu tun – nein, nicht mit dem von jürgen Habermas und Hans-Otto Apel, sondern mit dem von Michel Foucault, dem Wiedergänger Friedrich Nietzsches.

Der postmoderne Diskursbegriff zielt, darin vollkommen nihilistisch, auf nichts anderes als auf machtvolle Durchsetzung eines irrationalen Willens.

Es geht also überhaupt nicht um Rationalität. Es kommt nicht darauf an, ob etwas rational begründet oder widerlegt, oder ob es empirisch belegt oder widerlegt werden kann. Es geht auch nicht um Wahrheit im Sinne einer regulativen Idee, denn der Postmodernismus hat Wahrheit als prinzipielles Ziel auf den Kompost geworfen, wo sie in der derzeitigen Dekadenzperiode zügig vermodern soll. Es geht daher nicht um Erkenntnis.  Deswegen reicht den ´Gender Studies´ der Bluff von Wissenschaftlichkeit: es geht ihnen sowieso bloß darum, an das große Geld heranzukommen, und das gelingt bisher außerordentlich erfolgreich.

Nicht um Erkenntnis geht es, sondern es geht einzig und allein um Unterwerfung und den Sieg, der nihilistisch als das sogenannte Recht  des Stärkeren legitimiert wird. Das ist die Gestalt einer Konfliktstrategie des Irrationalismus, die im Hinblick auf ihre Mittel noch gewissen Einschränkungen unterliegt. Da die Feinde deshalb nicht physisch getötet werden können, jedenfalls noch nicht, werden sie, wenn sie sich nicht bekehren lassen – wie hier, in diesem Fall, zur feministischen Ideologie – eben sozial getötet:

„So würgt man gesellschaftliche Diskurse ab, bestreitet bestimmten gesellschaftlichen Gruppen das Recht, ihre Meinung zu äußern, radikalisiert den Widerstand, drängt ihn in den Untergrund und macht sich selbst zum Herrscher über den Diskurs, in dem natürlich nur noch zugelassen ist, was von den Hate Speech Experten und professionellen fremd-Empfindern freigegeben ist.“ “