„Männer fürchten sich,“ [?] „Frauen steigen langsam auf“ [?]

Interview | Gudrun Ostermann

Frauen in technisch Studienrichtungen sind trotz unzähliger Initiativen in der Minderheit. Über den weiten Weg zur Geschlechterbalance, spricht Anna Steiger (Vizerektorin TU Wien).

Zum Interview:

http://derstandard.at/2000013842098/Maenner-fuerchten-sich-Frauen-steigen-langsam-auf

Kommentar GB:

Wir leben in einer Zeit, in der jede Frau, so auch diese hier, unweigerlich mit der offenen oder stillen Mutmaßung konfrontoniert ist, sie wäre möglicherweise eine Quotenfrau, was sie vielleicht aber gar nicht ist. Nur wissen wir das eben nicht.

Der Denkfehler, der dem Interview zugrunde liegt, aber gar nicht bemerkt wurde, besteht einfach darin, ein völlig unbegründetes Ziel vorauszusetzen und dann darüber zu sprechen, ob und wie das erreicht werden kann. So sind innerfeministische Denkfiguren gebaut.

Wenn sich Studenten beiderlei Geschlechts ihr Studienfach frei auswählen können, was sie hoffentlich jetzt und weiterhin überall werden tun können, dann tun sie das, was sie möchten. Und darauf kommt es an, und nicht darauf, ob das nun irgendwelchen unbegründet normativ argumentierenden Feministinnen gefällt oder nicht.

Und deshalb ist das ganze Interview schlicht Unsinn – und völlig überflüssig: es besteht weder ein Problem noch Handlungsbedarf.

Außer natürlich in dem Sinne, dass dieser Unfug abgestellt werden sollte.