Nobelpreisträgerin Nüsslein-Vollhardt über Frauen in der Wissenschaft

von: Christian – Alles Evolution

„Zwei interessante Artikel, in denen die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Vollhardt ihre Meinung zu Frauen in der Wissenschaft darstellt:

1. Artikel in der EMMA

Der erste ist tatsächlich in der EMMA erschienen, auch wenn der Inhalt eher wenig positiv für Frauen ist:

Die Ausgangslage ist die Folgende:

Prof. Christiane Nüsslein-Volhard ist die Direktorin der Genetik-Abteilung des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Ihr Labor ist nicht erst, seit die heute 69-Jährige 1995 den Nobelpreis erhielt, weltweit renommiert. 2004 initiierte die Forscherin die Nüsslein-Volhard-Stiftung, die einmal im Jahr an begabte junge Forscherinnen mit Kind ein Stipendium über 400 € monatlich vergibt. Für eine Haushaltshilfe. Alice Schwarzer sprach mit Nüsslein-Volhard über den Sinn eines Putzfrauen-Stipendiums und die Lage der Frauen in der Forschung. Die Kritik der Nobelpreisträgerin an den Frauen ist scharf.

Dann aus dem Interview:“   

https://allesevolution.wordpress.com/2015/04/15/nobelpreistragerin-nusslein-vollhardt-uber-frauen-in-der-wissenschaft/

Kommentar GB:

Ernsthafte Forschung ist viel mehr als irgendein Job. Es geht dabei um Erkenntnis, und es geht nicht um nette akademische Titel, auch wenn die sich einstellen mögen im Laufe des Lebens. Und um diese Erkenntnis wird, wie die Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte zeigt, oft einsam und sogar gegen die vorherrschenden Sichtweisen der Gesellschaft gerungen. Wer diesen Weg geht, der steht oftmals allein, ganz allein, und darf davor nicht sich fürchten.

Es sind für ein Forschungsleben qualitativ ganz andere Motivationslagen als in Professionen oder gar in irgendwelchen Jobs erforderlich. Geforscht wird mit derselben Ausschließlichkeit, Leidenschaftlichkeit, Besessenheit, Unnachgiebigkeit und bohrender Hartnäckigkeit wie zum Beispiel ein Picasso oder ein van Gogh gemalt, oder in der ein Kafka geschrieben hat. Das ist eine besondere Existenzweise, nicht nur eine Profession oder ein bloßer Job. Wer das verstehen will, der sollte Biographien von Wissenschaftlern und Künstlern lesen. In diesen scheint diese Existenzweise immer wieder auf. Und dieser qualitative Unterschied ist es, der nicht verstanden wird. Weil diejenigen, die keine Forscher oder Künstler sind, sich selbst beim besten Willen überhaupt nicht vorstellen können, was eine solche lebenslange Existenzweise als Wissenschaftler oder Künstler bedeutet, insbesondere  welche Mühen und Anstrengungen, und welcher Grad an Fokussierung aller Kräfte damit verbunden ist. Und sie können nicht begreifen, warum ein Mensch, manchmal unter Lebensgefahr, manchmal unter Verzicht auf gesellschaftliche Anerkennung, so etwas auf sich nimmt. Das alles ist und bleibt für sie jenseits ihres Horizonts, und das wird weiterhin so bleiben.