Papst verurteilt Völkermord: Türkei erbost über Franziskus

„Papst Franziskus verurteilt den Völkermord an den Armeniern – und Ankara reagiert zornig. Die Türkei bestellt den Gesandten des Vatikan ein und holt den Botschafter des Landes am Heiligen Stuhl vorerst zurück. Das Kirchenoberhaupt schüre „Feindschaft und Hass“.

Mit seiner Äußerung, die Massaker an den Armeniern seien „Völkermord“ gewesen, hat Papst Franziskus den Zorn der Türkei auf sich gezogen. Nach den Worten des Bischofs von Rom am Sonntag im Petersdom bestellte Ankara den Gesandten des Vatikan ein und berief zugleich den eigenen Botschafter am Heiligen Stuhl zu Konsultationen zurück. Vor armenischen Gläubigen hatte Franziskus verkündet, ihr Volk habe den ersten Genozid des vergangenen Jahrhunderts erlebt.“   –  

http://www.faz.net/aktuell/politik/tuerkei-bestellt-gesandten-des-vatikan-ein-13534582.html

Franz Werfel

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Werfel

Die vierzig Tage des Musa Dagh

http://www.fischerverlage.de/buch/die_vierzig_tage_des_musa_dagh/9783596903627

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 15,00 | € (A) 15,50 | SFR 21,90
„Noch immer ist es schwierig, den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 beim Namen zu nennen. Als Franz Werfel 1930 durch Anatolien reiste, schockierten ihn die Begegnungen mit Zeitzeugen und er begann, akribisch für einen Roman zu recherchieren. ›Die vierzig Tage des Musa Dagh‹ beschreiben das Schicksal einer armenischen Familie, die langsam ausgegrenzt und schließlich mit Waffengewalt verfolgt wird. Auf dem Heimatberg, dem Musa Dagh, leistet ihre Dorfgemeinschaft der Vertreibung Widerstand. Umsichtig und differenziert, mit einer klaren, fließenden Sprache verwandelt Werfel diese historische Katastrophe in ein eindrucksvolles Epos.“

Eine aktuelle Analyse:
Werner Röhr:
Der türkische Völkermord an den Armeniern 1915/16  – Zur Kasuistik seiner Leugnung in der Gegenwart, Hamburg 2015
ISBN 978-3-89965-983-2
Die nationalistisch-kemalistische Türkei hatte nie ihre historische Verantwortung übernommen. Und jetzt, unter Erdogan, der mit seiner AKP die Reislamisierung vorantreibt und damit die kemalistischen Gesellschaftsreformen rückgängig macht, die die Türkei an den Westen annähern sollten, ist ebenso wenig bereit, sich den oben ausführlichen darsgestellten historischen Fakten zu stellen und geschichtliche Verantwortung zu übernehmen:
Zu fragen ist daher: Was bedeutet das für den Wunsch der Türkei, der EU beizutreten?