Unis sollen demokratischer werden! Wirklich?

„Hannover (dpa/lni) – Niedersachsens Hochschulen sollen demokratischer werden. Mit einer Reform des Hochschulgesetzes will die rot-grüne Landesregierung die Mitsprache und Teilhabemöglichkeiten von Studierenden und Mitarbeitern verbessern. Das Kabinett verabschiedete den entsprechenden Entwurf am Dienstag und gab ihn nach Angaben der Staatskanzlei zur Verbandsanhörung frei. Das Gesetz habe zum Ziel, die Personalvertretungen, die Gleichstellungsbeauftragten und die Studierenden stärker an den Entscheidungen der Hochschule – insbesondere zu Studium und Lehre – zu beteiligen, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne).“

Hervorhebung: GB  –  Quelle:

http://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article139534147/Unis-sollen-demokratischer-werden.html

Kommentar GB:

An einer sinnvollen und angemessenen Beteiligung der Studenten, also der Betroffenen, hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie könnten dann zum Beispiel im Fach Volkswirtschaftslehre darauf drängen, dass in der Lehre und im Studium an Stelle eines neoklassischen Quasi-Monopols eine Pluralität träte, die zweifellos allen zugute käme.Wenn es jedoch nur um Erleichterungen bei Prüfungsmodalitäten ginge, dann hätte ich ernste Bedenken.

Aber was haben Personalvertretungen mit Lehre und Studium zu tun? Kann das irgendwie gezeigt und begründet werden?

Und vor allem: was haben Frauenbeauftragte bzw. Gleichstellungsbeauftragte mit Studium und Lehre zu tun?

Es klingt regelrecht bedrohlich, wenn diese Ideologinnen sich anschicken, in Lehrinhalte und -formen einzugreifen.

Und was sagt die Professorenschaft dazu, dass sich jetzt offenbar fachfremde Personen sollen einmischen können?

Ich möchte bei dieser Gelegenheit nachdrücklich darauf hinweisen, dass das NHG, um das es hier geht, m. E. insoweit verfassungswidrig ist, wie es die Existenz eines Gleichstellungsauftrags im Grundgesetz behauptet, und hieraus weitreichende Rechte der Gleichstellungsbeauftragten ableitet. So etwas gibt es nicht: man lese hierzu Art. 3 GG. Da steht nichts von Gleichstellung oder Gleichstellungsauftrag. Folglich wäre das NHG bezüglich seiner Normen entsprechend zu entrümpeln. Die Hochschulverbände sollten diesen Hinweis auf- und ernst nehmen. Sie verfügen über die fachliche Expertise. Und sie sollten m. E. eine Klage in Erwägung ziehen.