Vielfalt in Unternehmen

von Ulrich Friese und Eva Heidenfelder

Belegschaften waren schon immer bunt. Unternehmen fördern jedoch die Vielfalt ihrer Mitarbeiter immer gezielter. Das Zauberwort: Diversity Management. Das Ganze folgt wirtschaftlichem Kalkül.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/diversity-management-13542684.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Kommentar GB:

Dieser Artikel ist aus zwei Gründen als bloße Propaganda einzuschätzen.

1. Die Betriebswirtschaftslehre hat sich in ihrer Spezialisierung Personalwirtschaftslehre; neudeutsch: Human Resources Management, immer schon mit der Beschaffung, der Personalentwicklung, der Führung, der Teambildung, und der Ausgliederung von Personal bis hin zur Entlassung befaßt. Die Auswahl und die betriebswirtschaftliche Optimierung der Kombination von Arbeitskräften, die bekanntlich immer Individuen sind, ist seit je im Fokus gewesen. Insoweit ist das ´Diversity Management´ nichts Neues und weiter nichts als ein Modegag, der so nötig ist wie ein Kropf.

2. Der Hype um die angeblichen „Diskriminierungen“ hat eine neurotische Qualität.

Aber es steckt auch etwas dahinter, was unausgesprochen bleibt, und was nur zwischen den Zeilen steht.

Und es ist dies m. E. das folgende:

http://cuncti.net/gesellschaft/421-diversity-management-wem-nuetzt-das

Das ist es wohl, worauf in dem FAZ-Artikel semantisch gezielt wird, ohne dabei die Regenbogenfahne zu schwenken. Denn dass international tätige Konzerne alle möglichen Arbeitskräfte beschäftigen, meine Güte, das ist doch völlig trivial. Sie werden schon wissen, was gut für sie ist. Sie orientieren sich daran, was ihnen voraussichtlich Gewinn bringt. Dafür interessieren sich die Unternehmen, nicht für irgendwelche biologischen Merkmale dieser Arbeitskräfte, wie vom ´Diversity Management´ immer schon verkannt wird.

Zitat: „Gemischte Teams von Frauen und Männern bringen meist bessere Arbeitsergebnisse und halten sich eher an die Prinzipien guter Unternehmensführung“, sagt der Personalmanager eines Dax-Konzerns, „warum sollten sich unsere Mitarbeiter im Ausland dieser Erkenntnis verschließen?“

Die Quelle (der Personalmanager eines DAX – Konzerns, womöglich der sattsam bekannte Herr Sattelberger?) wird nicht genannt. Wissenschaftliche Studien ebenso wenig. Kein Wunder, es gibt sie nicht; aber es gibt Studien mit gegenläufigem Resultat.

Tatsächlich k a n n ein gemischtes Team gleich gut oder auch besser sein als ein nicht gemischtes, aber es kann eben genauso gut schlechter sein.

Das ist eine empirische Frage, und es ist eine Frage des Einzelfalls.

Aber Propaganda ist eben Propaganda. Und zwar für verdeckte Ziele (s. o.). Will die FAZ-Chefredaktion das?