Von Lehrern und von Weibchen

„Obwohl das Gendern in Form von Binnen-I (z.B. SchülerIn), Schrägstrich (z.B. Lehrer/in), Gender Gap (z.B. Kärntnerin) usw. in der amtlichen deutschen Rechtschreibung bis dato keine Berücksichtigung findet, wird im österreichischen Bildungswesen, auch an den Universitäten, nachdrücklich darauf bestanden.

Allerlei Leitfäden und dergleichen fordern geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie Lehrende, Studierende usw. Damit sind zwar beide Geschlechter gemeint, wie dies auch auf Plurale wie die Lehrer und die Studenten zutrifft, wenn man auch einschränkend behaupten kann, dass Frauen nur mit gemeint sind, schließlich weiß man, dass Lehrer und Studenten in der Regel nicht nur Männer, sondern auch Frauen sind, was genauso auf die neutralen Bezeichnungen Lehrende, Studierende zutrifft.

„Mit gemeint“ ist daher der manipulative Kunstgriff der „feministischen Linguistik“ schlechthin, denn Frauen sind inkludiert, wie auch das generische Maskulinum der Mensch beide Geschlechter einschließt – ebenso das generische Femininum die Geisel bzw. Person und das generische Neutrum das Kind. Bei keinem dieser Wörter kann man von einem Nur-mitgemeint-Sein sprechen.“   –

Univ.-Prof. Dr. Heinz-Dieter Pohl lehrte Allgemeine und Diachrone Sprachwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt von 1979 bis 2007.

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