Frauen bleiben in Frauenberufen

Von Britta Matthes

„Der Girls’ Day war 2001 als Aktionstag eingeführt worden, um Mädchen für traditionelle Männerberufe zu interessieren. Nur: Autos und der Eisenbahn gewinnen sie weiterhin nichts ab.

Der Girls’ Day war 2001 als Aktionstag eingeführt worden, um Mädchen für traditionelle Männerberufe zu interessieren: Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, technische Berufe. Mit Unterstützung der Bundesregierung laden Firmen Mädchen ein, um ihnen solche Arbeitsplätze in der Praxis zu zeigen und ihnen die Scheu davor zu nehmen. Man glaubte, dass die geschlechtsspezifischen Vorlieben die Folge von Erziehung und gesellschaftlichen Mustern seien.

Nach anderthalb Jahrzehnten lassen sich kaum Veränderungen messen. Junge Frauen wählen weiterhin typische Frauenberufe. Bei den Erzieher- und Pflegeberufen liegt ihr Anteil weit über 80 Prozent. 2003 waren 99,8 Prozent der Zahnärztlichen Fachangestellten weiblich, 2013 98,8 Prozent. Der Kfz-Mechatroniker war und ist ein typischer Männerberuf. 2003 wählten 1500 junge Frauen diese Ausbildung; das entsprach einem Anteil von 1,9 Prozent. 2013 waren es 700.“

Zum Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/themen/causa/trends-der-woche-frauen-bleiben-in-frauenberufen/11639180.html

Kommentar GB:

Na und?

Es soll ein Problem darin bestehen, dass sich junge Menschen nach ihren Neigungen, Interessen und Präferenzen für oder gegen etwas entscheiden? Im Ernst?

http://cuncti.net/geschlechterdebatte/352-catherine-hakims-praeferenztheorie-was-frauen-wollen

Aber das ist doch Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit!

Nur Feministinnen stört das, wenn sich das Ergebnis, was ihrer fixen Idee zufolge sich einstellen sollte, sich hartnäckig nicht einstellen will. Um so schlimmer für die Realität! Weil nicht sein kann was nicht sein darf! Aber das begreifen sie nicht. Weil sie sich dann ihre Irrtümer eingestehen müßten!

Feministinnen denken nicht wissenschaftlich und analytisch, sondern ideologisch und normativ.

Und die Gender Studies sind hiervon geprägt.

Die Normen in Gestalt von  Aussagen über ihre Ziele, also über das, was jetzt nicht ist, aber zukünftig sein soll, diese werden aus ideologischen Voraussetzungen abgeleitet, die buchstäblich als Vor – Urteil und zugleich als Vorurteil gesetzt werden, und die deshalb in einem Glaubensakt akzeptiert werden müssen – oder eben nicht. Selbstverständlich sind die Gläubigen wie immer die Guten; wie angenehm!

Urteile hingegen ergehen immer erst im Nachhinein, auf Basis der Kenntnis und der Analyse von Sachverhalten. Man muß also etwas begriffen, verstanden und durchdrungen haben, also etwas wissen, bevor man Ergebnisse ableiten kann. Man muß etwas rational und empirisch begründen, bevor man Schlüsse ziehen kann. Wobei man zu Beginn der Untersuchung eben nicht wissen kann, was dabei herauskommen wird. Das ist aber auch bedeutungslos, weil jedes methodisch korrekt gewonne Ergebnis ein richtiges und damit gutes Ergebnis ist. Denn es ist zugleich methodisch gewonnen, logisch richtig und empirisch gültig.

Der Feminismus krankt unrettbar an seinem Normativismus.

Die Ungläubigen sind dann unvermeidlich die Feinde, die bekämpft werden müssen.

Wenn das mit rationalen Argumenten nicht möglich ist, dann greift man in der weichen Variante zum Mittel der Diffamierung, der Rufschädigung, bis hin zur sozialen Existenzvernichtung, in der harten Variante geht man darüber noch hinaus, etwa mit der Androhung – oder der Durchführung – von Morden. Siehe hierzu:

Nach feministischer Diffamierung: Morddrohung der Antifa gegen Ronja von Rönne

http://genderama.blogspot.de/2015/05/nach-feministischer-diffamierung.html

So weit sind die Feministinnen im Unterschied zu anderen, die diesbezüglich deutlich hemmungsloser sind, erfreulicherweise noch nicht, aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Hauptsache, man steht fest im jeweiligen „rechten Glauben“. Im rechten Glauben.

http://cuncti.net/wissenschaft/838-rationalismus-oder-irrationalismus-das-ist-hier-die-frage

Denn Glauben hat nichts mit politisch „links“ zu tun, oder es handelt sich um ein – durchaus vorkommendes – Selbstmißverständnis.

Links ist: die Religionskritik, die Philosophiekritik und die Kritik der Politischen Ökonomie – und damit die rationale kritische und empirische Analyse überhaupt, mit nachgelagerten Ergebnissen und Beurteilungen, was in methodischer Hinsicht sicher auch jene für richtig halten, die sich selbst nicht als politisch Linke, sondern allgemein als Wisssenschaftler bezeichnen würden. Und das ist richtig und gut so, denn es geht hier um Erkenntnis, also um Erklärungen, einschließlich der Abgrenzung vom Falschen, das als falsch erwiesen wurde.

http://cuncti.net/politik/443-das-politische-links-rechts-schema-und-die-frage-was-ist-heute-links