Freitag, 1. Mai 2015: Vom emanzipatorischen Wert der Verleumdung

Von Lucas Schoppe

Zur Tagung   „Wessen Internet?“  in der Friedrich Ebert Stiftung  –  Auszüge:

„Dass die sozialdemokratische Tagung so nicht nur auf ganzer Linie scheitert, sondern schließlich gar in faschistoide Positionen kippt, liegt zuallererst daran, dass sie sich für ihr Thema überhaupt nicht interessiert. Um „Geschlechterverhältnisse im Netz“ geht es hier nicht, und um „Gender-Debatten“ auch nur am Rande. Niemand kommt auf die Idee, sich mit der Netz-Interaktion von Männern und Frauen – ob miteinander oder aneinander vorbei – auch nur momenteweise ernsthaft zu beschäftigen.“ (…)

„Während in politischen Institutionen wie der Friedrich Ebert Stiftung, dem Familienministerium, der SPD und an den Universitäten Geschlechterdebatten auf feministische Positionen festegelegt sind, sind sie im Netz mittlerweile deutlich reicher an verschiedenen und ganz unterschiedlichen Perspektiven. Aus der Sicht der Institutionen wirkt das verständlicherweise bedrohlich – und sie nutzen ihre deutlich größeren finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten, um sich gegen diese Bedrohung abzuschotten.
Das hat natürlich nichts mit offenen Debatten zu tun – nichts mit Demokratie – nichts mit Geschlechterverhältnissen – und schon gar nichts mit dem Schutz von Menschen vor Gewalt.
Die FES führt Herrschaftssicherung vor, die sich als Herrschaftskritik ausgibt – reaktionäre Positionen, die sich selbst verbissen als emanzipatorisch beklatschen – und unverhohlene Verleumdungen, vorgetragen mit sorgenvollem Gestus und der Versicherung, dass Menschen vor Verleumdungen geschützt werden müssten.“  (Hervorhebung: GB)
Zum Artikel:

http://man-tau.blogspot.de/2015/05/vom-emanzipatorischen-wert-der.html

Kommentar GB:

Meine These lautet:

Der Feminismus ist intellektuell und moralisch bankrott, nicht jedoch finanziell. In diesen postmodern-dekadenten Zeiten wird mit größter Entschlossenheit mittels zunehmender Verbrennung von Steuergeldern in Institutionen (wie z. B. der FES) Insolvenzverschleppung praktiziert, so dass der feministische Heißluftballon weiterhin in der Luft bleibt. Man fürchtet die letztlich unausweichliche harte Landung, die der kommenden Schließung der Steuergeldhähne folgen muß. Das gilt m. E. insbesondere für die universitären ´Gender Studies´.

Und, falls jetzt jemand der Meinung sein sollte, das sei nicht so: bitte, gern, dann widerlegen Sie mich öffentlich.

Stellen Sie die wissenschaftlichen Grundlagen, die wissenschaftlichen Methoden und die relevanten Ergebnisse der Gender Studies dar!

Denn das sollte Ihnen doch leicht fallen nach dreißig Jahren Forschung.

Weisen Sie damit nach, dass Hadmut Danisch sich mit seiner Einschätzung irrt:

http://www.danisch.de/blog/2015/05/01/gender-studies-inhalte-verzweifelt-gesucht/

Wenn Sie diesen Nachweis nicht führen, dann bestätigen Sie diese Einschätzung. Wollen Sie das?

Insolvenzverschleppung läßt sich ja, wie jeder weiß, auch auf anderen Politikfeldern beobachten, an der Politik der Banken- bzw.  Gl ä u b i g e r r e t t u n g  zu Lasten der Steuerzahler zum Beispiel, aber der Begriff trifft, was sich noch nicht so weit herumgesprochen hat, zugleich die geschichtliche Lage des gesellschaftlichen Ganzen.

Wolfgang Streeck zum Beispiel hat hierzu aus seiner Sicht einiges angemerkt:

http://www.deutschlandradiokultur.de/oekonomie-der-kapitalismus-ist-endlich.1008.de.html?dram:article_id=315168