Herfried Münkler im Ring mit Anonymus

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„Der Blog „Münkler-Watch“ wirft Herfried Münkler rassistische, militaristische und sexistische Äußerungen in seiner Vorlesung vor. Doch wie ist die Vorlesung wirklich? Ein Ortstermin an der Humboldt-Universität.

Dienstag kurz vor zehn im Kinosaal der Humboldt-Universität. Gleich soll hier der Politologe Herfried Münkler einen weiteren Teil seiner Vorlesung über „Politische Theorien und Ideengeschichte“ halten – jener Professor also, dem seit Wochen anonym im Internet von einer „Münkler-Watch“ rassistische, militaristische und sexistische Äußerungen vorgeworfen werden. Seit Münkler seinen unsichtbaren Widersacher einen „erbärmlichen Feigling“ nannte, hat die Sache mediale Aufmerksamkeit erlangt. So hängt am Dienstag vor Vorlesungsbeginn Spannung in der Luft: Wird Münkler etwas sagen, das ihn als Rassisten, Militaristen und Sexisten entlarvt? Oder wird der „erbärmliche Feigling“ von „Münkler-Watch“ vielleicht doch noch mit offenem Visier vor Münkler treten?

„Münkler-Watch“ hat Spuren im Hörsaal hinterlassen

Jedenfalls hat „Münkler-Watch“ neue Spuren hinterlassen. Auf den Klapptischen im Hörsaal kleben Aufkleber mit der Aufschrift: „Bei Chauvinismus und Militarismus wegsehen?“ Und weiter: „Aufkleber kann man nicht wegsammeln“. Denn zuletzt ärgerte sich „Münkler-Watch“ darüber, dass die vor einer Woche im Hörsaal ausgelegten Flugblätter schnell verschwunden waren.“

http://www.tagesspiegel.de/wissen/besuch-in-der-umstrittenen-vorlesung-herfried-muenkler-im-ring-mit-anonymus/11769176.html

und ergänzend:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/anonyme-studenten-blogger-greifen-professor-der-hu-berlin-an-13587819.html

Dort heißt es (Auszug)

„Die Blogger notieren während der Vorlesungen, was sie für politisch inkorrekt halten: Ihnen fehlt das „Gendern“, sie möchten Begriffe wie „Bauernsprache“ auf den Index setzen, genauso wie „Nation“, weil Herfried Münkler nur eine „Beschreibung des Mülls“ geliefert habe, „den die meisten Leute zum Thema Nation bis heute im Kopf“ hätten. Noch grotesker sind Unterstellungen aus Vorlesungen zur Geschichte des politischen Denkens, die Münkler falsch zitieren und seine Beispiele ins Gegenteil verkehren, um das Empörungskarussell etwas schneller drehen zu können. Sie monieren das Fehlen afrikanischer Autoren, was nur ein weiterer Beleg für den verbreiteten „Eurozentrismus“ sei. Als arrogant wird Münklers Hinweis abqualifiziert, er werde Frantz Fanon noch behandeln, nur sei der, weil von der Insel Martinique stammend, zwar schwarz, doch kein Afrikaner.“   –

Und in einem Interview des Deutschlandfunks zum Thema heißt es:

„Sträter: Wenn man den Fall Fraenkel und die Rezension mit Münkler-Watch heute vergleicht, was kommt Ihnen dann in den Kopf?

Treulieb: Was ich davon mitbekommen habe, unter anderem durch diesen Artikel im „Tagesspiegel“ von gestern, erinnert es mich mehr an die Kampagne gegen Alexander Schwan als an die Auseinandersetzung mit Ernst Fraenkel. Ich finde, man sollte da unterscheiden, ob es eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung gibt. Die kann auch sehr hart sein, aber wenn Menschen so persönlich attackiert werden wie Münkler, dass er auch den Eindruck hat, es würden Zitate von ihm ins Gegenteil verkehrt und dann ins Netz gestellt, das ist einfach unangemessen.

Und er hat ja angeboten, mit den Kritikern zu diskutieren öffentlich, und wenn die dann sagen, nein, sie möchten das nicht, weil da sei der dann immer besser, so geht das irgendwie nicht. Denn die wissenschaftliche Auseinandersetzung lebt von Öffentlichkeit. Und was bei Fraenkel damals das Bedeutende war, dass diese Auseinandersetzung von uns öffentlich gemacht wurde.

Sträter: … und die Auseinandersetzung gesucht wurde.

Treulieb: Die Auseinandersetzung gesucht wurde, aber wir wären nie auf die Idee gekommen, Ernst Fraenkel persönlich zu attackieren, seine Integrität infrage zu stellen. Wir hatten großen Respekt vor dieser Persönlichkeit, und … na ja.

Sträter: Mir ist bei dieser Geschichte um Münkler-Watch ein Gedanke gekommen. Münkler-Watch gehört eigentlich zu einem an den Universitäten grassierenden Phänomen, das ich mal so als Sprachüberwachung bezeichnen würde: Ist der Wortgebrauch korrekt? Mich erinnert das letztendlich an ein Grundmuster in der Französischen Revolution: Erst versucht man, gegen Verhältnisse aufzubegehren und rebelliert gegen Verhältnisse, dann kommen die Tugendwächter à la Robespierre und überwachen gewissermaßen die Reinheit des Denkens. Können Sie mit so einem Gedanken was in diesem Zusammenhang anfangen?

Treulieb: Ja, ich habe den Eindruck, dass bei der Münkler-Watch es in diese Richtung geht, und das finde ich sehr unangenehm und unangebracht. Also sobald die Auseinandersetzung über wissenschaftliche Positionen sich steigert zu persönlicher Diffamierung, da wird eine Grenze überschritten, was nicht in Ordnung ist.  –  Quelle:

http://www.deutschlandradiokultur.de/muenkler-watch-persoenliche-diffamierung-ist-nicht-in.976.de.html?dram:article_id=319798

Kommentar GB:

Meine These: Political Correctness ist eine Gestalt gesellschaftlicher Dummheit.

Woher weiß Anja Kühne eigentlich, dass sich hier um einen Anonymus und nicht um einen  Anonyma handelt? Die, was weiß ich, vielleicht Caroline heißt? Würde ein männlicher Trotzkist, der im Artikel phantasiert wird, von „Sexismus“ reden? Nicht ausgeschlossen, denn was kann man schon ausschließen, nicht wahr, aber die Wahrscheinlichkeit dafür geht doch gegen Null.

Dieses Wortgeschwalle, wie „rassistische, militaristische und sexistische Äußerungen“ kennen wir hingegen gut aus grün-feministischen Zusammenhängen; dazu paßt das. Wie überhaupt das ganze Verhalten und der hier erkennbare ´Denk´stil auf genau dieses Milieu hindeutet.

Vom Diffamieren versteht dieses Milieu etwas, dass muß man ihm lassen. Das ist seine herausragende Kompetenz.

Da es völlig legitim ist, einen Professor zu kritisieren, sollten die Leute vom Münkler-Watch genau das tun. Nämlich sich z. B. ein Buch nehmen, sagen wir: Münklers Geschichte der Imperien, und dazu eine fundierte Kritik oder eine Rezension schreiben. Und darin dann ggf. all das nachweisen, was sie oben behauptet haben. Das wäre dann etwas, was ernst zu nehmen wäre. Na, wie wäre es damit?