Rassistische Narrative aus Europa

Prof. Dr. Susan Arndt

„Wenn es um Afrika geht, beruft sich Schengen-Europa auf alte rassistische Erzählungen und Wörter. Eine gerechtere Sprache ist möglich.“

Auszug:

„Will man sich dem Rassismus sprachlich entgegenstellen, so stehen Eigenbezeichnungen zur Verfügung. Dazu zählt etwa Schwarze oder People of Color. Beides sind widerständige Selbstbezeichnungen, die aus antirassistischen Bürgerrechtsbewegungen heraus umfunktioniert wurden. Sie meistern die schwierige Gratwanderung, genau zu benennen, wo der Rassismus einen Menschen positioniert, und zugleich dieser rassistischen Verortung zu widersprechen.“

Zum Artikel:

http://www.taz.de/Rassistische-Narrative-aus-Europa/!5009015/

Kommentar GB:

1. „Neger“ verweist semantisch auf eine schwarze oder dunkle Haut und nicht auf irgendeine angebliche Minderwertigkeit, die hier von vermeintlichen „Anti-Rassisten“ phantasiert und projiziert (!) wird.

Denn: die Hautfarbe ist bekanntlich weiter nichts als eine langfristige physiologische Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse. Die in der Neuzeit dort eingewanderten hellhäutigen Australier merken das aktuell an ihrem hohen Hautkrebsrisisko.

Anders ist es sicherlich in den USA, nämlich vor dem Hintergrund der Sklaverei in den Südstaaten, mit dem Begriff ´nigger´, der dort m. W. tatsächlich abwertend oder beleidigend gemeint ist. Die Spätfolgen der Sklaverei in den USA sind bis heute im Tagesgeschehen sichtbar. Aber die Ursachen dafür liegen nicht in der Sprache, sondern in der Geschichte der kapitalistischen Produktionsweise im allgemeinen und in der Gesellschaftsgeschichte der USA im besonderen.

2. Was ist überhaupt eine „gerechte Sprache“ ? Und was ist Gerechtigkeit? Wo ist das normative Fundament dieser Redeweise?

In den Gefühlen von Leuten, die sich begründet oder nicht subjektiv betroffen fühlen und – faktisch eine Anmaßung – meinen, das berechtige sie, ihre subjektives Empfinden als objektive Norm zu setzen und durchzusetzen? In diesem Subjektivismus? Ja?

Ist es eine gerechte Sprache, wenn ich Othello, einen Neger, nicht Neger sondern ´person of color´ nenne? Ja?

Aber ich bin doch auch eine ´person of color´, nur mit einer anderen farblichen Tönung!

Wir sind doch alle ´people of color´! So wie wir alle Menschen der species homo sapiens sapiens sind.

Man faßt sich nur noch an den Kopf.