Strickliesel besiegt Gockelhahn (?)

Andrea Roedig

„Der Literaturwissenschaftler Manfred Schneider hat Angst vor der kulturellen Verweiblichung der Geisteswissenschaften.“

„Manfred Schneider, seines Zeichens emeritierter Literaturwissenschaftler, möchte gern eine bestimmte „Männerkultur“ durch die Unesco gerettet wissen. Das meint er gar nicht so ironisch. In einem „Gastkommentar zur Gleichstellung“, der vergangene Woche in der NZZ erschien, spreizt sich Schneider zwar ein wenig, aber dennoch möchte er wohl sagen dürfen, dass sich derzeit erschreckend viele Frauen in den Geisteswissenschaften und der Jurisprudenz breitmachen. Das kann, so meint er, nicht ohne Folgen für den „Geist der Geisteswissenschaften“ bleiben, und so stimmt er einen resignativen Abgesang auf den Erkenntnisfortschritt gewährleistenden Agon im akademischen Betrieb an. Zwar kennt auch Schneider den Unterschied zwischen natürlichem und kulturellem Geschlecht, trotzdem habe die „neue Dominanz“ des biologisch Weiblichen auch eine kulturelle Verweiblichung zur Folge“ (…)

Zum Artikel:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/strickliesel-besiegt-gockelhahn-neues-aus-der-uni-debatte

Kommentar GB:

Frau Roedig meint, ganz genau zu wissen, dass die Feminisierung der Geisteswissenschaften einen Aufschwung derselben nach sich ziehen werde. Na, das wird sich ja in einem überschaubaren Zeitraum empirisch klären. Ich wette ja sonst nicht, aber eine solche Wette sollte ich möglicherweise doch eingehen …

„Niemand erweckt dort (in den Geisteswissenschaften, GB) den Eindruck, dass es um etwas geht. Ein Potpourri aus Pop, Gender, Medien und Theoriescharmützeln bestimmt gegenwärtig die Agenda in den Kulturwissenschaften“ schreibt der von Frau Roedig kritisierte Manfred Schneider:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/strickliesel-besiegt-gockelhahn-neues-aus-der-uni-debatte

Was wirft Manfred Schneider hier vor, ohne es ganz klar auszusprechen? Nun, in einem Wort: Irrelevanz !

Er mag sich irren, aber wir werden ja sehen, ob mehr als das dabei herauskommt.

Und ich will es hoffen; es wäre sonst schade um all das verplemperte Geld.

Ach so ja, verehrte Frau Roedig, und was ist es denn nun, das kulturelle Geschlecht? Na, da bin ich aber gespannt, ob Sie das erklären können. Meinen Sie den trivialen und allgemein bekannten Umstand, dass Männer und Frauen in allen Gesellschaften unterschiedliche, sich zumeist ergänzende soziale Rollen spielen, mal diese, mal jene? Oder meinen Sie, dass es immer schon minoritär Männer und Frauen gegeben hat, die sich homosexuell oder bisexuell verhalten haben? Ich kenne jedenfalls nur Männer und Frauen, die sich zwar so oder so verhalten mögen, manchmal auch ziemlich drollig, ein „kulturelles Geschlecht“ ist mir aber noch nie vorgekommen, außer in feministischen Texten allerdings. Falls es jemanden gibt, der schon einmal so etwas getroffen hat, er möge sich melden. Mir scheint, dass sich dabei um eine Art feministisches Gespenst handelt, das womöglich nur wenigen Auserwählten erscheint. Zu denen, die unter solchen Erscheinungen leiden, möchte ich aber lieber nicht gehören.